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Gefahrenkarte

Gefahrenkarte

Die Gefahrenkarte zeigt für ein bestimmtes Gebiet auf, von welchen Gefahrenarten dieses betroffen ist (Überschwemmung, Murgang, Rutschung, Lawine, usw.), wie gross die Gefährdung aufgrund der Intensität des Prozesses und der Wahrscheinlichkeit seines Auftretens ist und wie die genaue räumliche Ausdehnung dieser Gefährdung ist.

Die Gefahrenkarte wird von Spezialisten nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt. Wir unterscheiden fünf Gefahrenstufen:

  • rot: erhebliche Gefährdung
  • blau: mittlere Gefährdung
  • gelb: geringe Gefährdung
  • gelb-weiss gestreift: Restgefährdung
  • weiss: keine oder vernachlässigbare Gefährdung

Zur Erarbeitung von Gefahrkarten haben die zuständigen Bundesfachstellen (BAFU, ARE) verschiedene Empfehlungen und Richtlinien publiziert.

Neben der Gefahrenkarte gibt es noch zahlreiche weitere wichtige Grundlagen zu Naturgefahren wie beispielsweise den Ereigniskataster, der alle Informationen zu den an einer bestimmten Stelle bereits aufgetretenen Naturereignissen sammelt, oder die Gefahrenhinweiskarte, die einen groben Überblick über die Gefährdungssituation in einem grösseren Raum gibt.

Seit wann und in wessen Auftrag werden Gefahrenkarten erstellt? Wie ist der aktuelle Stand?

Die Bundesgesetze und -verordnungen über den Wald und den Wasserbau verpflichten die Kantone, Gefahrenkarten zu erstellen und diese in der Richt- und Nutzungsplanung sowie bei den übrigen raumwirksamen Tätigkeiten zu berücksichtigen. Dass diese Bestimmung so in die Gesetzgebung aufgenommen worden ist, ist eine Lehre, die man insbesondere aus den schlimmen Hochwasserereignissen 1987 gezogen hat.

Diese Verpflichtung der Kantone, Gefahrenkarten zu erstellen und deren Inhalte in der Raumplanung umzusetzen, besteht seit 1991. Seither sind die Kantone - in enger Begleitung durch die zuständigen Fachstellen des Bundes - daran gegangen, die nötigen Gefahrenkarten zu erarbeiten. Dies ist mit einem grossen finanziellen Aufwand verbunden. Der Bund leistet an die Erarbeitung der Gefahrenkarten finanzielle Unterstützung.

Die Erarbeitung der Gefahrenkarten in den einzelnen Kantonen ist unterschiedlich weit fortgeschritten. Heute bereits abgeschlossene oder in Bearbeitung stehende Gefahrenkarten (auf die Fläche bezogen):

  • Lawinen: 97%
  • Wasser: 85 %
  • Sturz: 82 %        
  • Rutschungen: 76%

Es wird noch bis 2014 dauern, bis alle Kantone über die nötigen Gefahrenkarten verfügen.

Wozu dienen Gefahrenkarten?

Gefahrenkarten bilden eine zentrale Grundlage für die Berücksichtigung der Naturgefahren in der Raumplanung, für die Erarbeitung von umfassenden Schutzkonzepten, für die Planung und Realisierung von Schutzbauten und für das Vorbereiten von organisatorischen Massnahmen wie beispielsweise von Evakuationen.

Sehr wichtig ist, dass die Ergebnisse der Gefahrenkartierung auch der betroffenen Bevölkerung kommuniziert werden. Diese soll im Sinne eines breiten Risikobewusstseins für die Gefahren sensibilisiert und darüber informiert werden, welche Massnahmen sie im Sinne einer Eigenvorsorge selber treffen kann. Diese Risikokommunikation ist auch notwendig, damit allfällige Einschränkungen im Rahmen der Raumplanung und finanzielle Belastungen von Kanton und Gemeinde für Schutzmassnahmen eine gewisse Akzeptanz finden.

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