Glossar

Agglomeration

Zusammenhängendes Gebiet mehrerer urbanen Gemeinden mit insgesamt mindestens 20'000 Einwohner; es besteht aus einer Kernstadt, Kernzonengemeinden und weiteren funktional angeschlossenen Gemeinden

Agglomerationsprogramm

Das Agglomerationsprogramm ist ein Planungsinstrument, das die Koordination bereichsübergreifender Themen innerhalb einer Agglomeration ermöglicht. Es stützt sich auf die horizontale (zwischen Partnern innerhalb der Agglomeration) und die vertikale Zusammenarbeit (Bund, Kanton, Agglomeration). Damit soll die Koordination der Projekte und ihre Umsetzung in den Agglomerationen sichergestellt werden.

Alpenquerender Verkehr

Verkehr durch/über die Alpen mit Quelle und Ziel ausserhalb des Alpenraumes.

Alpenschutzartikel

Verfassungsartikel zum Schutz des Alpenraums vor negativen Auswirkungen des Strassen-Transitverkehrs.

Baureife

Baureife ist Voraussetzung für die Überbauung eines Grundstückes. Sie ist gegeben, wenn das Grundstück tatsächlich und rechtlich überbaubar ist, das heisst, wenn die baurechtliche Grundordnung (Nutzungsplan) bestimmt und das Grundstück erschlossen ist.

Bauzone

Die Bauzone ist eine Grundnutzungszone und umfasst Land, das sich einerseits für die Überbauung eignet und andererseits weitgehend überbaut ist oder voraussichtlich innert 15 Jahren benötigt und erschlossen wird.

Erschliessung

Unter Erschliessung versteht man die Erstellung der für eine Grundstücksnutzung nötigen Grundinfrastrukturen (Strassen, öffentlicher Verkehr, Wasser, Abwasser, Gas, Strom, Telekommunikation). Die ausreichende Erschliessung ist Grundvoraussetzung der Überbaubarkeit (Baureife).

Externe Kosten

Kosten, die nicht vom Verursacher, sondern von anderen Verkehrsteilnehmern oder von der Allgemeinheit getragen werden (u.a. Lärm, Luftverschmutzung, ungedeckte Unfallkosten).

Freizeitverkehr

Freizeitverkehr ist - unabhängig vom Verkehrsmittel - jener Verkehr, der in Zusammenhang mit Freizeittätigkeiten (Tätigkeiten des Menschen für Erholung und Abwechslung) entsteht.

Fruchtfolgeflächen

Fruchtfolgeflächen umfassen das beste Kulturland, vorab das Ackerland und die Kunstwiesen in Rotation sowie die ackerfähigen Naturwiesen, und werden mit raumplanerischen Mitteln geschützt.

Information und Mitwirkung

Die in der Raumplanung geforderte umfassende Abwägung der Interessen setzt die rechtzeitige Information der Betroffenen und der Öffentlichkeit sowie deren Recht voraus, sich vor dem Planbeschluss zu allen Aspekten der Planung zu äussern. Nach Art. 4 RPG unterliegen alle Planungen nach diesem Gesetz der Pflicht von Information und Mitwirkung.

Infrastruktur

Infrastrukturen umfassen Bauten und Anlagen für den Verkehr, die Kommunikation, die Versorgung und Entsorgung, die Verteidigung sowie die Bildung und Erholung. Eine Infrastruktur kann von nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung sein.

Infrastrukturfonds

Der Infrastrukturfonds für den Agglomerationsverkehr, das Nationalstrassennetz sowie Hauptstrassen in Berggebieten und Randregionen ist ein rechtlich unselbständiger Fonds mit eigener Rechnung. Der Infrastrukturfonds basiert auf einer Reorganisation der Spezialfinanzierung Strassenverkehr und wird mit einem Teil der zweckgebundenen Erträge aus der Mineralölsteuer und der Autobahnvignette sowie deren Reserve alimentiert.

Kombinierte Mobilität

Kombination von verschiedenen Verkehrsmitteln im Personenverkehr.

Konzept

Ein Konzept ist ein umfassendes, ressortübergreifendes Raumplanungsinstrument von aufeinander abgestimmten und sich an einem denkbaren, künftigen Zustand orientierenden Zielen und Massnahmen. In seinen Konzepten nach Art. 13 RPG zeigt der Bund, wie er seine raumwirksamen Aufgaben in einem bestimmten Sach oder Teilsachbereich wahrnimmt, insbesondere welche Ziele er verfolgt, mit welchen Mitteln er diese Ziele erreichen will und nach welchen Prioritäten er zu handeln gedenkt.

Koordination

Koordination ist die Abstimmung von Zielen, Massnahmen, Vorgängen und Zuständigkeiten, um geplante Handlungen zieladäquat und effizient zu steuern.

Ländlicher Raum

Unter ländlichem Raum versteht man grundsätzlich den Raum ausserhalb der Agglomerationsgebiete und Städte, wobei je nach vorhandenen Strukturen und Entwicklungsmöglichkeiten sehr unterschiedliche Ausprägungen von ländlichen Räumen vorkommen.

Landschaft

Landschaft umfasst den gesamten Raum, innerhalb und ausserhalb von Siedlungen. Landschaft ist das Entstandene und Werdende natürlicher Faktoren wie Untergrund, Boden, Wasser, Luft, Licht, Klima, Fauna und Flora im Zusammenspiel mit kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Faktoren. In ihrer engeren raumplanerischen Definition ist Landschaft das nicht besiedelte Gebiet (freie Landschaft).

Landschaftsentwicklungskonzept (LEK)

Partizipativ erarbeitetes Konzept zur Entwicklung einer bestimmten Landschaft in Hinblick auf ihre nachhaltige Nutzung und ihre ökologische und ästhetische Aufwertung. Die Aussagen haben den Charakter einer Empfehlung. Die Realisierung der Ziele wird vor allem durch Freiwilligkeit und Anreize angestrebt.

Landwirtschaftszone

Die Landwirtschaftszone ist eine Grundnutzungszone und umfasst das für die landwirtschaftliche Nutzung oder den Gartenbau geeignete Land. Ebenfalls dazu gehört Land, das im Gesamtinteresse landwirtschaftlich genutzt werden soll wie beispielsweise wenig Ertrag abwerfende Flächen der Berglandwirtschaft. Die den Landwirtschaftszonen zugewiesenen Flächen dienen der Sicherung der Ernährungsbasis, der Erhaltung der Landschaft und des Erholungsraums oder dem ökologischen Ausgleich (Multifunktionalität der Landwirtschaftszone).

Langsamverkehr

Fuss- und Veloverkehr

Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA

Flächendeckende, distanz-, gewichts- und emissionsabhängige Strassenbenutzungsgebühr für den Güterschwerverkehr; sie dient zur Deckung der Strassenkosten (Bau, Betrieb, Unterhalt) und der externen Kosten (Unfälle, Lärm, Luftverschmutzung).

Mikrozensus zum Verkehrsverhalten

Das Statistikprogramm des Bundes sieht alle 5 Jahre die Durchführung einer Erhebung zum Verkehrsverhalten der schweizerischen Wohnbevölkerung - der «Mikrozensus Verkehr» - vor. Dabei wird eine repräsentative Stichprobe von Haushalten bzw. Personen mit computergestützten Telefoninterviews zu verschiedenen Aspekten des Verkehrsverhaltens befragt.

Mobilität

Räumliche Mobilität ist die Fähigkeit des Menschen, räumliche Entfernungen zu überwinden. Dazu gehören sowohl Wanderungen, d.h. Verlagerungen von Standorten und Wohnorten als auch der Transport zwischen Standorten.

Modalsplit

Aufteilung des Verkehrsaufkommens auf die einzelnen Verkehrsträger; Kenngrösse über die Anteile jedes Verkehrsträgers am Gesamtverkehr.

Modellvorhaben

Modellvorhaben sind anwendungsorientierte Laboratorien, in denen in allen Regionen der Schweiz neue Herangehensweisen, Ansätze und Verfahren erprobt werden. Sie ergänzen gezielt die bestehenden Instrumente für eine nachhaltige Raumentwicklung, ohne ein neues Subventionsgefäss zu schaffen. Angestrebt werden primär die Verdichtung des Lebensraumes mit einer hohen Lebensqualität, der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen und die Erhaltung der natürlichen Vielfalt, die verbesserte Koordination zwischen den Sektoralpolitiken, wettbewerbsfähige Wirtschaftsräume und eine gute horizontale und vertikale Zusammenarbeit.

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag, ohne für künftige Generationen die Möglichkeit zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.

Nutzungsplan

Raumplanungsinstrument, das die zulässige Nutzung des Bodens bezüglich Zweck, Ort und Mass parzellengenau und grundeigentümerverbindlich festlegt.

Nutzungsplanung

Erarbeiten der raumplanerischen Nutzungsordnung eines bestimmten funktional zusammenhängenden Gebietes. Mit ihr wird die zulässige Bodennutzung bezüglich Zweck, Ort und Mass parzellenscharf und grundeigentümerverbindlich festlegt. Nutzungsplanung umfasst Rahmennutzungspläne (i.d. Regel Zonenplan), Sondernutzungspläne (z.B. Baulinien-, Überbauungs-, Gestaltungs- und Quartierpläne) und jenen Teil von Baugesetz und Baureglement, welcher Zweck und Mass der Nutzung in den einzelnen Zonen umschreibt.

Nutzungszone

Kartenmässig abgrenzbare Landflächen, für welche bei gleichem Nutzungszweck jeweils gleiche Nutzungsvorschriften gelten. Nutzungspläne unterscheiden gemäss RPG vorab Bau-, Landwirtschafts- und Schutzzonen.

Öffentlicher Verkehr

Allgemein zugängliche Peronenbeförderung durch konzessionierte Verkehrsunternehmen mit vorgegebenen Beförderungsbestimmungen.

Planungszone

Die Planungszone (Art. 27 RPG) bezeichnet ein Gebiet, in dem Nutzungspläne erlassen oder geändert werden müssen. Die Planungszone wird von einer Behörde erlassen und ist sofort mit deren Erlass rechtswirksam. In einem mit Planungszone bezeichnetem Gebiet darf nichts unternommen werden, das die (zukünftige) Nutzungsplanung präjudizieren würde.

Raumordnungspolitik

Raumordnungspolitik ist der umfassende Vorgang der laufenden Bewältigung raumrelevanter Probleme durch das politische System. Als Raumordnungspolitik im engeren Sinn werden Raumplanung und Regionalpolitik verstanden; Raumordnungspolitik im weiteren Sinn bezieht zusätzlich noch die raumwirksamen Tätigkeiten der Sektoralpolitiken mit ein.

Raumplanung

Raumplanung ist die vorwegnehmende Koordination von raumwirksamen Tätigkeiten und deren Steuerung über längere Zeit. Als Oberbegriff umfasst die Raumplanung alle räumlichen Planungen der öffentlichen Hand auf allen Staatsebenen und in allen raumrelevanten Sachgebieten wie Verkehr, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft usw.

Region

Als homogene Region wird ein Gebiet verstanden, das in Bezug auf bestimmte Gegebenheiten oder mehrere Merkmale gleichartig oder im Hinblick auf eine oder mehrere Eigenschaften sehr ähnlich ist. Als funktionale Region wird eine Raumeinheit bezeichnet, bei der die sozialen und wirtschaftlichen Beziehungsverflechtungen und insbesondere die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen einem Zentrum und seinem Umland für die Abgrenzung bestimmend sind.

Richtplan

Raumplanungsinstrument, das die Tätigkeiten umschreibt, welche für die Verwirklichung der angestrebten räumlichen Ordnung erforderlich sind, und das den Rahmen für deren gegenseitige Abstimmung behördenverbindlich festlegt.

Richtplanung

Mit seiner Richtplanung legt der Kanton die zur Verwirklichung der angestrebten räumlichen Ordnung erforderlichen Tätigkeiten und den Rahmen zu deren gegenseitiger Abstimmung behördenverbindlich fest.

Sachpläne

Sachpläne sind Raumplanungsinstrumente, die auf die Entwicklung bestimmter Sachbereiche ausgerichtet sind. Bund, Kantone oder Gemeinden können aufgrund ihrer Sachgesetzgebung Sachpläne erlassen. In seinen Sachplänen nach Art. 13 RPG gibt der Bund zusätzlich zu den Aussagen der Konzepte auch noch räumlich konkrete Anweisungen an die zuständigen Bundesbehörden, namentlich was den Standort vorgesehener Anlagen oder Massnahmen, die Realisierungsvoraussetzungen, die Arbeitsorganisation oder das Arbeitsprogramm betrifft.

Schutzzone

Die Schutzzone ist eine Nutzungszone mit dem Ziel, jene Nutzungen einzuschränken, die bestimmte, geschützte Gegenstände oder Werte beeinträchtigen könnten. Beispiele von Schutzzonen sind Landschaftsschutzzonen, See- und Uferschutzzonen, Ortsbildschutzzonen, Gewässerschutzzonen und Ruhezonen.

Siedlung

Siedlungen umfassen Bauten und Anlagen für das Wohnen und Arbeiten, für die Versorgung, Bildung und Erholung sowie für den Verkehr und die Kommunikation.

Transitverkehr

Die Schweiz querender Verkehr mit Quelle und Ziel ausserhalb der Schweiz. Abzugrenzen vom Export-, Import- und Binnenverkehr mit Ziel und/oder Quelle in der Schweiz.

Umzonung

Umzonung stellt die Änderung der Nutzungszonenzuweisung für ein bestimmtes Grundstück dar. Der Ausdruck umfasst die in der Umgangssprache häufig verwendeten Ausdrücke «Einzonung» für die Zuweisung eines Grundstückes zur Bauzone und «Auszonung» für die Umzonung von einer RPG-konformen Bauzone in die Landwirtschafts- oder Landschaftsschutzzone.

Verkehr

Verkehr ist die Ortsveränderung von Personen, Gütern, Informationen und Energie.

Verkehrsmodell

Ein Verkehrsmodell ist ein Instrument für die Verkehrsplanung und versucht die Realität von Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage mit mathematischen Modellen abzubilden. Verkehrsmodelle werden eingesetzt beispielsweise zur Analyse der Auswirkungen von Infrastrukturprojekten, zur Berechnung des Verkehrsaufkommens und von Veränderungen der Verkehrsbeziehungen, der Verkehrsströme sowie des Modal-Splits, zur Ermittlung künftiger Engpässe im Verkehrsnetz (Staus) sowie von Kosten- und Zeiteinsparungen der Benutzer.

Verkehrsperspektiven

Ändern sich die wichtigsten Einflussfaktoren für den Verkehr, verändert sich gleichzeitig auch das Verkehrsgeschehen. Die verschiedenen möglichen zukünftigen Entwicklungen lassen sich mit Szenarien beschreiben. Die Ergebnisse der einzelnen Szenarien sind Perspektiven, die Bandbreiten aufzeigen, wie sich unter bestimmten Annahmen der Verkehr künftig entwickeln könnte. Für langfristige Zeiträume sind keine klaren, eindeutigen Verkehrsprognosen berechenbar.

Verkehrsverlagerung

Verlagerung von Personen bzw. Gütern von einem Verkehrsträger auf einen anderen. Wird häufig im Zusammenhang mit der Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene verwendet.

Verursacherprinzip

Jeder Verkehrsteilnehmer trägt die gesamten von ihm verursachten Kosten (das heisst, es gäbe keine externen Kosten mehr).

Letzte Änderung 18.07.2016

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