Neue Erhebung zur nachhaltigen Entwicklung von Kantonen und Städten

Ittigen, 12.11.2013 - 20 Kantone und 18 Städte haben anhand mehrerer Indikatoren ermittelt, wie nachhaltig sie sind. Diese Standortbestimmung soll ihnen als Orientierungshilfe für allfällige Verbesserungen dienen.

20 Kantone und 18 Städte haben anhand eines Sets an Indikatoren erhoben, wie nachhaltig ihre Entwicklung verläuft. Dies taten die Kantone bereits zum fünften, die Städte zum dritten Mal seit 2005 (siehe Kasten). Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE unterstützt diese Erhebungen, um die nachhaltige Entwicklung in Kantonen und Gemeinden zu fördern und die Fortschritte messbar zu machen. Diese können damit feststellen, ob und in welchen Bereichen sie sich nachhaltig entwickelt haben. Zudem erlauben die Daten einen Vergleich zwischen den teilnehmenden Kantonen beziehungsweise Städten. Dabei lassen sich nicht nur die Werte einzelner Indikatoren miteinander und über die Jahre hinweg vergleichen, sondern auch die Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung – Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft – sowie die Gesamtwerte.

Kanton und Stadt Zug an der Spitze

Wie bereits bei den letzten Erhebungen war es den Kantonen und Städten freigestellt, ob sie den Gesamtwert ermitteln und sich vergleichen lassen wollten oder nicht. Dieses Mal waren es 11 der 20 beteiligten Kantone sowie 12 der 18 Städte, die den Gesamtwert, den so genannten «aggregierten Benchmark», ermitteln liessen.

Den neusten Ergebnissen zufolge hat der Kanton Zug zum zweiten Mal in Folge die beste Gesamtbewertung erreicht, insbesondere aufgrund der Werte in den Bereichen Umwelt und Wirtschaft. Mit seinem guten Abschneiden in der Dimension Gesellschaft sicherte sich Basel-Landschaft den zweiten Rang. Bei den Städten erzielte ebenfalls Zug den besten Gesamtwert; dies aufgrund seiner sehr guten Werte im Bereich Gesellschaft.

Die Ergebnisse der Erhebungen liegen in Form von Grafiken, Tabellen und Zeitreihen vor. Eine Analyse der jeweiligen Zeitreihen ermöglicht beispielsweise Aussagen über die Kantone beziehungsweise Städte insgesamt, und zwar dazu, wie sich die Werte der Indikatoren im Durchschnitt entwickeln. So ist zum Beispiel der Anteil der hochqualifizierten Arbeitskräfte seit 2005 im kantonalen Durchschnitt deutlich gestiegen. Etwa gleich geblieben ist der Anteil der Frauen in Kaderpositionen. Der Indikator für den Bereich Investitionen, der anhand des Anteils der Umbau- und Unterhaltsarbeiten an den totalen Baukosten ermittelt wird, ist hingegen gesunken und erreicht trotz zwischenzeitlicher Steigerung das Niveau der Erhebung von 2005 nicht mehr.

Viele Städte haben ihren Anteil an Strom aus erneuerbaren Energiequellen in den letzten Jahren deutlich erhöht. Insbesondere die teilnehmenden Westschweizer Städte weisen inzwischen einen Anteil von über 80 Prozent auf. Ebenfalls gestiegen ist das durchschnittliche steuerbare Einkommen, ebenso indes die Mietpreise.

Umsetzung

Die Erhebung gibt detailliert Aufschluss über die Stärken und Schwächen der Kantone und Städte in den Themen der nachhaltigen Entwicklung. Es liegt nun an den teilnehmenden Kantonen und Städten, Bereiche mit Verbesserungspotenzial hervorzuheben und allenfalls daraus Handlungsbedarf abzuleiten.

Die Ergebnisse des «Cercle Indicateurs» werden jeweils nicht nur für Analysen innerhalb der kantonalen beziehungsweise städtischen Verwaltungen beigezogen, sondern dienen auch als Grundlage für die strategische Planung der Regierungspolitiken. So stützen sich immer mehr Kantone und Städte bei der Erarbeitung ihrer Nachhaltigkeitsberichte auf diese Indikatoren.

Cercle Indicateurs

Ab 2003 erarbeitete das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) gemeinsam mit den Bundesämtern für Statistik (BFS) und Umwelt (BAFU) sowie mit einer wachsenden Anzahl von Städten und Kantonen in der Arbeitsgruppe «Cercle Indicateurs» das Indikatorenset «Kernindikatoren der Nachhaltigen Entwicklung». Die Kantone führen alle zwei Jahre eine Erhebung zu 34 Themen der Nachhaltigkeit durch, die Städte alle vier Jahre. Das erste Indikatorenset aus dem Jahr 2005 wurde inzwischen optimiert, wobei verschiedene Indikatoren neu definiert wurden. Seit 2008 ist das Bundesamt für Statistik mit dem Indikatorensystem, der Verarbeitung der Daten und der Publikation der Indikatoren betraut.
Folgende Kantone und Städte haben an der Erhebung 2013 teilgenommen:

Kantone: AG*, BE, BL*, BS*, FR, GE, GR, JU, LU*, SG, SH*, SO, SZ*, TG, TI*, UR*, VD, VS*, ZG*, ZH*

Städte: Baden*, Biel-Bienne*, Bülach*, Burgdorf*, Genf, Illnau-Effretikon*, Lancy, Lausanne, Luzern*, Nyon*, Olten*, Onex, Schaffhausen*, St. Gallen*, Winterthur*, Yverdon-les-Bains, Zürich, Zug*

*Teilnahme am aggregierten Benchmarking


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