Industriebrachen

Die Schweiz verfügt über 350 ehemalige Industrie-Areale mit 1820 Hektaren Fläche. Ein Grossteil dieser Flächen und Standorte wird nicht oder ungenügend genutzt und bildet ein enormes Potenzial für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Das Ziel, Siedlungen nach innen zu entwickeln, kann nur erreicht werden, wenn die oft standortgünstig gelegenen Industriebrachen als besonders wichtige innere Nutzungsreserven konsequent genutzt werden.

Standorte der Industriebrachen (2008)
Standorte der Industriebrachen (2008); Quelle: Die Branchen der Schweiz: Reporting 2008 (ARE, 2008)

In der Schweiz schlummert ein Entwicklungspotenzial von über 18 Mio. Quadratmetern, wovon gut die Hälfte oder 9,9 Mio. m² klassische Industrie- und Gewerbebrachen sind. Zu den Industriebrachen zählen auch unternutzte, grossflächige Infrastruktur- und Militärareale. Etwa 70 Prozent aller 350 erhobenen Areale liegen in Agglomerationsgemeinden.

Die Entwicklungsreserven der Industriebrachen (18 km²) entsprechen gut der Fläche der Stadt Genf (16 km²). Sie böten Platz für 190 000 Einwohner sowie 13 000 Unternehmen (rund 140 000 Arbeitsplätze) und hätten ein Mieteinnahmepotenzial von rund 1,5 Mia. Franken pro Jahr. Das Geschossflächenpotenzial von 11,3 Mio. m² (= 85 000 Wohnungen oder 450 000 Dienstleistungsarbeitsplätze) entspricht der zweieinhalbfachen jährlichen Neubauproduktion der Schweiz, das heisst einem Investitionsvolumen von etwa 27 Mia. Franken (Erstellungskosten ohne Land) bzw. rund 34 Mia. Franken (Erstellungskosten inklusive Landwert).

Neben der Standortgunst bestimmen die planungsrechtlichen Nutzungsmöglichkeiten die Nachfrage massgeblich. Eine Brachen-Umnutzung wird oft erst durch eine Anpassung des planungsrechtlichen Rahmens möglich, was bei den heutigen Verfahren ein Projektierungsrisiko bedeutet. Bei einem Fünftel der Areale befinden sich zudem Altlasten auf dem Grundstück, was sich in höheren Umnutzungskosten niederschlägt. Der Bund unterstützt die Revitalisierung von strategisch günstig gelegenen Brachen durch die Bereitstellung von Wissen und Instrumenten. Die Förderung der Umnutzung mittels kantonaler Richtplanung und kommunaler Nutzungsplanung ist von zentraler Bedeutung.

https://www.are.admin.ch/content/are/de/home/raumentwicklung-und-raumplanung/grundlagen-und-daten/fakten-und-zahlen/industriebrachen.html