Kulturlandverlust

Seit Jahrzehnten geht in der Schweiz laufend gutes Kulturland verloren. Jede Sekunde verschwindet rund ein Quadratmeter Landwirtschaftsfläche. Im Mittelland ist die Hauptursache dafür das hohe Siedlungswachstum. In Bergregionen hingegen führt der Rückgang der Bewirtschaftung zu einer zunehmenden Verbuschung und Verwaldung.

Grafik Entwicklung der Landwirtschaftsflächen 1979/85 - 2004/09
Entwicklung der Landwirtschaftsflächen 1979/85 - 2004/09; Quelle: Arealstatistik 1979/85 und 2004, BFS

Als «Landwirtschaftsflächen» zählen gemäss Kategorisierung der Arealstatistik (Bundesamt für Statistik, BFS) das Wies- und Ackerland, Weiden, Obstplantagen, Rebberge, Gartenbau sowie die alpwirtschaftlichen Nutzflächen. Rund 28% dieser Landwirtschaftsflächen sind produktives Ackerland.

Im Rahmen der neusten Arealstatistik-Erhebung wurden für 2009 in der Schweiz 14 817 km² Landwirtschaftsland gezählt. Das entspricht rund 36 Prozent der Landesfläche. Gegenüber 1985 sind 850 km² verschwunden - eine Abnahme von 5,4 % in 24 Jahren.  Dabei ist auffällig, dass sich der Rückgang der Teilkategorie «Ackerflächen» in der zweiten Hälfte der Beobachtungsperiode (also zwischen 1997 und 2009) beschleunigt hat. In diesen zwölf Jahren sind 4,7 % des Ackerlands verschwunden, während zuvor (1985-1997) der Rückgang mit 2,2% nur halb so hoch ausgefallen war.

Im Mittelland ist in erster Linie die Ausdehnung der Siedlungsflächen (Gebäude, Strassen) für den Rückgang verantwortlich. Rund 90 % aller neuen Siedlungsflächen entstehen auf ehemaligem Landwirtschaftsland. In Bergregionen ist ein anderer Prozess im Gange: Aufgrund der nachlassenden Bewirtschaftungsintensität breitet sich immer mehr Busch- und Waldland auf den ehemaligen Berglandwirtschaftsflächen aus. Vor allem beim Schutz von landwirtschaftlich wertvollen Kulturflächen im Mittelland fällt der Raumplanung eine entscheidende Rolle zu.

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