Förderprogramm 2025-2026: Lebenswerte und nachhaltige Orte
Der Themenschwerpunkt des Förderprogramms 2025-2026 ist «Lebenswerte und nachhaltige Orte». Dieses Thema betrifft vor allem SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden und SDG 15: Leben an Land.
Die Ausschreibung erfolgte in Anlehnung an das Davos Qualitätssystem für Baukultur und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kultur BAK.
Au fil du Quartier: Gemeinsam ein lebenswertes Quartier gestalten
Wie wird ein Quartier lebenswert - heute und morgen? «Au fil du Quartier» begleitet die energetische und städtebauliche Erneuerung von La Pelotière in Versoix mit einem kreativen, partizipativen Prozess. Ein mobiler Quartiertreff, interaktive Workshops und ein eigens entwickeltes Quartiertheater laden die Bewohnerschaft ein, sich einzubringen und mitzugestalten. Ziel ist es, den sozialen Zusammenhalt zu stärken, lokale Kompetenzen sichtbar zu machen und ökologische Themen wie Energie, Ressourcenschonung und Biodiversität verständlich und alltagsnah zu vermitteln. So entsteht Schritt für Schritt eine geteilte Quartierskultur, die soziale Inklusion, ökologische Verantwortung und lokale Wertschöpfung miteinander verbindet.
Kontaktperson: Zoé Gehin, Fondation HBM Jean Dutoit
Villa Schnell - ein Haus für alle
Die Villa Schnell wird zum offenen Zukunftslabor für Burgdorf. Das historische Gebäude wird als Zentrum für nachhaltige Quartierentwicklung umgenutzt und eröffnet Begegnungsräume, diverse Bildungsangebote und Pilotprojekte für die nachhaltige Entwicklung. Dank modellhafter Partizipationsprozesse kann eine breite Bevölkerung eingeschlossen werden. Die Erfahrungen fliessen in einen Partizipationsleitfaden und ein Projekthandbuch für sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Quartier- und Stadtentwicklung.
Kontaktperson: Stefan Ghioldi, Stadt Burgdorf
«musica in cumün»: Dorfentwicklung Tschlin
Tschlin denkt Dorfentwicklung musikalisch. Aufbauend auf einer lebendigen lokalen Musiktradition positioniert sich das Unterengadiner Dorf als Musikdorf. Gemeinsam mit der Bevölkerung und getragen vom Verein musica in cumün wird diese Entwicklung nun partizipativ weitergeführt. Tschlin will das ehemalige Schulhaus Chasa Tschlin neu gestalten, lokale Initiativen stärker vernetzen und die Attraktivität des Dofes für die Bevölkerung und Besuchende erhöhen. Ziel ist ein Dorf, das lebendig bleibt: mit hoher Lebensqualität, starkem sozialen Zusammenhalt und nachhaltig genutzten Infrastrukturen, sowie als Wohn-, Kultur- und Begegnungsort mit Zukunft.
Kontaktperson: Stefan Forster, Verein musica in cumün
Grabhügelnekropole Unterlunkhofen-Bärhau aufwerten
Die eisenzeitliche Grabhügelnekropole Unterlunkhofen-Bärhau ist ein einzigartiges Kulturerbe von internationaler Bedeutung. Dieser besondere Ort soll neu erfahrbar gemacht werden. Die lichtdurchflutete Hainlandschaft lässt archäologische Spuren sichtbar werden und macht sie durch innovative Vermittlung direkt vor Ort erlebbar: Informationstafeln, Wege und ein Waldlehrpfad verbinden sich mit digitalen Angeboten wie Augmented Reality. Natur und Wald werden als sich wandelnder Lebensraum vermittelt: Die Entwicklung der Vegetation, forstliche Eingriffe und die Auswirkungen des Klimawandels werden sichtbar und verständlich gemacht. So entsteht ein Ort für Erholung, Bildung und Identifikation, der Natur- und Kulturpflege vereint, die Bevölkerung einbezieht und als Modell für andere Regionen dient.
Kontaktperson: Sven Straumann, Kanton Aargau Kantonsarchäologie
Palais des Congrès: ein Labor für urbane Revitalisierung
Der Palais des Congrès in Biel war einst als öffentlicher Treffpunkt gedacht; heute ist er im städtischen Alltag kaum präsent. Das Projekt nutzt das Festival Fullviel als Ausgangspunkt, um das Gebäude neu zu denken. Gemeinsam mit der Bevölkerung, lokalen Vereinen und weiteren Akteurinnen und Akteuren werden ungenutzte Räume aktiviert, Bedürfnisse in Umfragen erhoben und Erwartungen an die geplante Renovation formuliert. Dialogformate und eine Ausstellung zur Erinnerungskultur stärken die Identifikation mit dem Ort und schaffen eine fundierte Basis für seine Zukunft.
Kontaktperson: Virginie Kauffmann, Biennevida
Lieux en jeu - Die Nutzungszyklen von Gebäuden
Wie lassen sich bestehende Gebäude neu denken? Lieux en jeu ist ein wanderndes Vermittlungsprojekt, das Kinder, Jugendliche und Familien spielerisch für den nachhaltigen Umgang mit gebauter Umwelt begeistert. In temporären Vermittlungszentren finden Workshops direkt in umgenutzten Gebäuden statt und machen erlebbar, wie Anpassung und Wiederverwendung Ressourcen schonen können. Führungen und kreative partizipative Aktivitäten laden dazu ein, sich mit Klimafragen, Baukultur und dem sozialen Wert gemeinschaftlich genutzter Räume auseinanderzusetzen.
Kontaktperson: Charline Dayer, Association Ville en tête
Conseil qualité - Beratung für Bauqualität in Gemeinden
Gute Baukultur braucht Fachwissen - doch gerade kleinere Gemeinden verfügen oft nicht über die nötigen Ressourcen. Dieses Projekt schafft Abhilfe: Eine mobile Qualitätskommission aus unabhängigen Expertinnen und Experten unterstützt Gemeinden bei der Beurteilung von Bau- und Renovationsprojekten. Ziel ist es, die Qualität der gebauten Umwelt zu stärken, die dörfliche Identität zu bewahren und Bewilligungsverfahren transparenter und effizienter zu gestalten. Die Beurteilungen stützen sich auf das Davos-Qualitätssystem für Baukultur. Nach einer Pilotphase wird das Angebot breit kommuniziert und weiteren Gemeinden zugänglich gemacht.
Kontaktperson: Alain Beuret, EspaceSuisse
Nachhaltige und solidarische Lebensräume für Jenische und Sinti Familien
Das Projekt will bauliche und energetische Rahmenbedingungen für Jenische und Sinti auf dem Standplatz Bern-Buech optimieren. Vorgesehen sind Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie der Einsatz erneuerbarer Energien. Dazu gehören Renovationen, der Einsatz langlebiger Bauelemente und modulare Solaranlagen, die den Energieverbrauch und die laufenden Energiekosten reduzieren können. Die Bewohnenden tragen das Projekt mit und werden in die Planung und Umsetzung einbezogen. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für vergleichbare Massnahmen auf weiteren Stand- und Durchgangsplätzen in der Schweiz dienen.
Kontaktperson: Jaelle Eidam, Stiftung B
Pianeggiate: gemeinsam barrierefrei unterwegs
Pianeggiate macht Bewegung für alle möglich. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden ebene, gut zugängliche Spazierwege entdeckt, gestaltet und sichtbar gemacht. Diese barrierefreien Wege eröffnen Menschen jeden Alters, insbesondere Personen mit eingeschränkter Mobilität, Familien und Seniorinnen und Senioren, einen einfachen Zugang zu Natur, Landschaft und Begegnungsorten. Eine wachsende Community teilt ihre Erfahrungen, schlägt neue Routen vor und trägt aktiv zur Weiterentwicklung der Wege bei. So entstehen lebendige Verbindungen zwischen Menschen, Orten und Umwelt.
Kontaktperson: Marcello Martinoni, A-pro / Associazione progetti non-profit
Réinventer Porteous: Kulturerbe gemeinsam neu gestalten
Mit «Réinventer Porteous» wird ein denkmalgeschütztes Industriegebäude in Vernier (GE) Schritt für Schritt zu einem offenen soziokulturellen Treffpunkt transformiert. Herzstück des Projekts ist ein mobiler Stand im Quartier, der den direkten Austausch fördert und die Bevölkerung aktiv in den Wandel einbindet. Anwohnerinnen und Anwohner bringen ihre Bedürfnisse, Ideen und ihr Wissen ein - von der künftigen Nutzung des Areals bis hin zur gemeinsamen Gestaltung und Sicherung der Rhône-Ufer. Das Industriegebäude wird zu einem Treffpunkt, der Mitbestimmung fördert, Nachbarschaften stärkt und zeigt, wie Kulturerbe gemeinsam, nachhaltig und zukunftsgerichtet neu gedacht werden kann.
Kontaktperson: Roman Gampert, Association Porteous
Sentiers fraîcheur de l’Ouest lausannois - erfrischende Wege für mehr Lebensqualität
In einem dicht bebauten Gebiet entsteht ein interkommunales Netz von Spazierwegen entlang von Bächen, Flussufern und dem Genfersee; Orte, die gerade an heissen Tagen Erholung bieten. Das Projekt fördert Fussverkehr, Gesundheit und Wohlbefinden und lenkt den Blick auf wertvolle Natur- und Freiräume mitten in der Stadt. Eine thematische Karte bzw. ein Spazierführer hilft, die «erfrischenden Wege» für alle zugänglich zu machen und sie langfristig als Beitrag zur Klimaanpassung zu etablieren.
Kontaktperson: Laura Stern, Stratégie et développement de l’Ouest lausannois (SDOL)
Masterplan Zentrum Grenchen - Werkstattverfahren
Ein Stadtzentrum, das verbindet, belebt und Lebensqualität schafft: Mit dem Masterplan «Zentrum Grenchen» entwickelt die Stadt Grenchen eine gemeinsame Vision für ein nachhaltiges, attraktives und klimaangepasstes Zentrum. In einem interdisziplinären Werkstattverfahren arbeiten Fachleute aus Städtebau, Freiraumgestaltung und Mobilität eng mit Politik, Verwaltung, Eigentümerschaft, Gewerbe und Bevölkerung zusammen. Gemeinsam entsteht ein breit abgestütztes Zielbild mit einem konkreten Umsetzungsprogramm, das bauliche und strategische Massnahmen vereint. Der partizipative Prozess stellt sicher, dass vielfältige Perspektiven einfliessen. Der Masterplan bildet die Grundlage für die schrittweise Umsetzung eines attraktiven, klimaangepassten und lebenswerten Stadtzentrums.
Kontaktperson: Fabian Ochsenbein, Stadt Grenchen
Aufbau Verein Zentrum Wädi
Mit dem Projekt «Aufbau Verein Zentrum Wädi» entsteht in Wädenswil eine neue Plattform für ein lebendiges und nachhaltiges Stadtzentrum. Menschen aus Detailhandel, Kultur, Stadtverwaltung, Grundeigentum und der Bevölkerung kommen zusammen, um das Zentrum gemeinsam weiterzuentwickeln. In einem offenen Prozess wird ein Verein aufgebaut, der Zusammenarbeit ermöglicht und erste konkrete Projekte umsetzt. Ziel ist es, Verantwortung zu teilen, neue Ideen sichtbar zu machen und das Stadtzentrum als attraktiven Ort für Begegnung, Wirtschaft und Alltag zu stärken.
Kontaktperson: Dirk Göbbels, Stadt Wädenswil
Sitzbänke - Bürgerbeteiligung zur Bedürfniserhebung
Sitzbänke laden zum Verweilen ein, fördern Begegnungen und machen so den öffentlichen Raum lebendig. Doch allzu oft werden sie geplant, ohne jene einzubeziehen, die sie tatsächlich nutzen. Das Sitzbank-Bürgerbeteiligungsprojekt ändert das. Über eine einfache, anonyme Web-App können alle Nutzerinnen und Nutzer fehlende oder verbesserungswürdige Sitzbänke sichtbar machen. Gemeinden erhalten so eine fundierte Grundlage, bedarfsgerechte und nachhaltige Sitzbankkonzepte zu entwickeln, die den sozialen Zusammenhalt stärken und die Aufenthaltsqualität für alle Generationen verbessern.
Kontaktperson: Renate Albrecher, Verein Bankkultur
Square des Trois Platanes - Gemeinschaftsgarten im Quartier Jonction
Im Genfer Quartier Jonction soll der bislang wenig genutzte «Square des Trois Platanes» zu einem lebendigen, partizipativ gestalteten Begegnungsort werden. Ein gemeinschaftlicher Garten, mobiles Stadtmobiliar sowie Angebote rund um Gartenarbeit, Sport und Spiel laden zum Mitmachen ein. Das Projekt der Association 60x60 bringt Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe zusammen, stärkt den sozialen Zusammenhalt und fördert den bewussten Umgang mit dem öffentlichen Raum. So entsteht ein grüner Ort der Begegnung, der das Quartier nachhaltig aufwertet und die Lebensqualität langfristig verbessert.
Kontaktperson: Sylvain Froidevaux, Association 60x60
Garten-Labör: Biodiversität und Umweltbildung in Oerlikon
Wo früher Industrie war, wächst heute Zukunft: «Garten-Labör» macht aus dem Aussenraum einer ehemaligen Kupferschmiede in Zürich-Oerlikon einen lebendigen Lern- und Begegnungsort. Gemeinsam mit der Bevölkerung entstehen durch Aktionstage und Workshops neue Grünräume, Lebensräume für Pflanzen und Tiere sowie praxisnahes Wissen zu Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Alltag. Als Experimentierraum testet das Projekt zudem eine innovative Trenntoilette im öffentlichen Betrieb. Garten-Labör stärkt den sozialen Zusammenhalt im Quartier und liefert Impulse, die über Oerlikon hinaus wirken.
Kontaktperson: Corinne Widmer, Verein Labör
