Lebensqualität durch Biodiversität und attraktive Landschaften erhöhen
Sport treiben, mit dem Hund spazieren oder die Natur direkt vor der Haustür erleben – wir profitieren alle von naturnah gestalteten und miteinander vernetzten Freiräumen in unseren Siedlungen. Sie versprechen Abkühlung im Sommer, halten bei starken Niederschlägen das Wasser zurück und bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Trotz dieser Vorteile kommt das vernetzte Denken bei der Gestaltung von Natur- und Freiräumen im Siedlungsraum oft noch zu kurz.
Vivai Diffusi – Ein Dialog zwischen Natur und Industrie im Tessin
Vivai Diffusi bringt Grünflächen in Tessiner Industriegebiete, um dort die Lebens- und Umweltqualität zu verbessern. Bäume und Pflanzen werden vorerst flexibel angeordnet und verwandeln so unattraktive Flächen in Oasen der Ruhe – zum Wohle der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Umwelt und des Unternehmens. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Pflanzen endgültig eingepflanzt. Das Projekt bezieht Unternehmen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in partizipative Aktivitäten ein, fördert die Biodiversität und unterstützt die Entstehung ökologischer Korridore, indem es an Naturgebiete anknüpft wie dem Parco del Laveggio. Vivai Diffusi stärkt die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor und bietet ein übertragbares Modell, wie die Natur in Produktionsgebiete Eingang finden kann.
Winterthurs grüner Rahmen – Stadt und Land vereint
Der Stadtrand von Winterthur (ZH) bildet einen grünen Saum rund um die Stadt und soll als durchgehender Naherholungs-, Natur- und Landschaftsraum gestärkt werden. Gemeinsam mit der Bevölkerung sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Land- und Forstwirtschaft, Sport, Erholung und Naturschutz erarbeitet die Stadt ein Konzept. Dieses soll Nutzungskonflikte frühzeitig klären, die Biodiversität fördern und die Landschaft aufwerten. Wichtig dabei sind klar festgelegte Schwerpunkte für die Nutzung einzelner Bereiche, Möglichkeiten zur Verbesserung sowie unterschiedliche Nutzungsintensitäten. Zudem soll der Stadtrand besser erkennbar und erlebbar werden.
Gestaltungscharta für die Agglomeration Brig-Visp-Naters
In der Agglomeration Brig-Visp-Naters (VS) führen starkes Wachstum und neue Ansprüche an den öffentlichen Raum zu einem erhöhten Druck auf die Landschaft, die Biodiversität und das Klima. Die Gemeinden wünschen sich eine Hilfestellung für die Gestaltung der Aussenräume bei privaten und öffentlichen Bauvorhaben. Das Projekt erarbeitet eine Gestaltungscharta als Instrument für Private, Planerinnen und Planer sowie Entscheidungsträgerinnen und -träger mit guten Beispielen von Grün- und Freiräumen. Grundlagen dafür sind Kartierungen, Modellierungen von Siedlungsklimata, partizipative Workshops sowie Pilotprojekte. Die Charta wird in Planungs- und Entscheidungsprozessen der Gemeinden verankert. Digitale Anwendungen unterstützen Analyse, Sichtbarkeit und Bürgerbeteiligung.
Schönthal-Park: interkommunaler Inkubator im Ergolz-Tal
Der Schönthal-Park (BL) nutzt eine bisher bescheiden genutzte Grünfläche über dem Autobahntunnel als grün-blaue Mitte für drei Gemeinden. Als Entwicklungsinkubator stärkt er Biodiversität, Klima, Wassermanagement sowie Bewegungs- und Freizeitangebote. Gleichzeitig unterstützt er die Innenentwicklung für Wohnen und Arbeiten. Der Park entsteht partizipativ: Kanton, Gemeinden, Fachstellen, Zivilgesellschaft und private Akteure arbeiten zusammen, koordinieren Projekte und entwickeln ein ökologisch und sozial nachhaltiges Freiraum- und Nutzungskonzept.
Grenzlandschaften im Agglomerationsraum Glattal
Im Glattal (ZH) werden Grenzräume zwischen den Gemeinden als multifunktionale und vernetzte Freiräume gestaltet. Sie dienen der Förderung von Biodiversität, Klimaanpassung, Erholung und Bewegung. Sie verbinden dabei Potenzialräume über Gemeindegrenzen hinweg. Das Projekt arbeitet partizipativ: Gemeinden, Fachstellen, Umweltverbände und weitere Akteurinnen und Akteure entwickeln Konzepte und Pilotprojekte. Die erarbeitete «Freiraumagenda» liefert umsetzbare Lösungen, stärkt die interkommunale Zusammenarbeit und dient als Modell für andere Regionen. Ziel ist mehr Lebensqualität durch ökologische Aufwertung, soziale Interaktion und nachhaltige Nutzung.
Agrarpark Limmattal – Vorbild für ÖI-Umsetzung in Agglomerationslandschaften
Der kantonsübergreifende Agrarpark Limmattal (AG/ZH) wird seit 2025 umgesetzt und soll als Reallabor für die ökologische Infrastruktur (ÖI) in Agglomerationslandschaften dienen. Er zeigt, wie Landwirtschaft, Naherholung, Landschaftsqualität, Klimaadaptation und Biodiversität koordiniert weiterentwickelt werden können – auch auf wertvollen Böden unter Siedlungsdruck. Aufbauend auf einem von Gemeinden initiierten Leitbild werden in einem breiten Partizipationsprozess mit Akteurinnen und Akteure vor Ort konkrete Massnahmen abgestimmt, umgesetzt und evaluiert. Zentrales Ergebnis ist eine Arbeitshilfe («ÖI in Agglomerationslandschaften») sowie der Wissenstransfer an Gemeinden, Kantone, Bund und Verbände.