Lokale Dienstleistungsangebote mitgestalten
Wir sind ständig unterwegs – Wir pendeln zur Arbeit, fahren in die Berge, besuchen Anlässe. Die Attraktivität und Echtheit der Regionen, die wir dabei erleben, wird von Menschen vor Ort geprägt. Sie bewahren Traditionen, organisieren Veranstaltungen, setzen Geschäftsideen um und sorgen für lebendige Regionen. Was Einheimische und Besuchende lokal für Produkte und Dienstleistungen ausgeben, spielt dafür eine wichtige Rolle. Welche Chancen entstehen für die Wirtschaft vor Ort, wenn sich Menschen in ihren Quartieren, Dörfern oder Gemeinden engagieren?
Gemeinsam handeln: für einen gerechten Wandel in Neuenburg
Im Kanton Neuenburg zielt das Programm «Gemeinsam leben und handeln» darauf ab, die soziale Dimension des Klimawandels zu stärken. Als Teil des kantonalen Klimaplans unterstützt es Massnahmen, die gegenseitige Hilfe und Solidarität angesichts der bevorstehenden Herausforderungen fördern. Der vom Bund mitfinanzierte Teil «Gemeinsam handeln» bringt Akteurinnen und Akteure zusammen, die sich für einen ökologischen und solidarischen Wandel engagieren. Durch die Förderung der Vernetzung, einer partizipativen Governance zwischen Kanton, Gemeinden und Zivilgesellschaft sowie der Erarbeitung von Lösungen für gemeinsame Bedürfnisse stärkt er die Zusammenarbeit und die Sichtbarkeit der Initiativen.
Zukunftsfähige Nutzungen für die Gadenlandschaften im Glarnerland
In der Schweiz stehen viele landwirtschaftliche Gebäude leer oder verfallen, wodurch wichtige Teile der Kulturlandschaft, insbesondere sogenannte «Gadenlandschaften», bedroht sind. Das Projekt zeigt, wie diese Gebäude und Landschaften erhalten und sinnvoll nachgenutzt werden können. Im ersten Schritt wird eine Wissensbasis zu den Gaden aufgebaut. Darauf aufbauend werden in drei Gadenlandschaften Living Labs initiiert, um Nutzungsideen, die Nachfrage sowie Interessen von Eigentümerschaft und Nutzerinnen und Nutzer zu klären. Parallel dazu entsteht eine Träger- und Betriebsorganisation («Kümmerer»), damit die entwickelten Angebote langfristig getragen und weiterentwickelt werden können.
Region Lausanne: Verbindungen in den Stadtvierteln von morgen knüpfen
Das Projekt in der Region Lausanne zielt darauf ab, ungenutzte Flächen zu nutzen und lokale Akteure zu mobilisieren, um neue Dienstleistungen zu entwickeln und die Attraktivität von Stadt- und Vorstadtvierteln zu steigern. Vereine, Gewerbetreibende und Tourismusanbieter werden mittels Workshops begleitet und bei der Umsetzung sowie Vernetzung unterstützt. Ziel ist es, nachhaltige lokale Dienstleistungen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Kundschaft entsprechen, und ein Modell zu entwickeln, das auf andere Gemeinden übertragbar ist. Wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte sollen dabei integriert und die öffentlich-private Zusammenarbeit bevorzugt werden.
Amt für Unmögliches in Emmen
In Emmen (LU) wird eine neue Anlaufstelle für bürgerschaftliche Mitgestaltung aufgebaut, die Bevölkerung, Verwaltung, Hochschule und Wirtschaft zusammenbringt. Das «Amt für Unmögliches» entsteht in einem Co-Design-Prozess und bietet analoge und digitale Werkzeuge für Projekte: Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Ansprechpersonen und Peer-Coachings. Im Reallabor auf der öffentlichen «Weberwiese» werden Ideen mit Quartiervereinen, Verwaltung und weiteren Partnerinnen und Partnern erprobt und umgesetzt – mit Fokus auf bisher wenig einbezogene Gruppen. Dabei werden die Unterstützungsangebote des Amts für Unmögliches getestet und weiterentwickelt. So entsteht ein Modell, das Engagement erleichtert, die Verwaltung beim Anfragemanagement entlastet und auf weitere Gemeinden übertragbar ist.
Campus Bleniese: Eröffnung des Centralone-Parks
In Olivone (TI) soll im Centralone-Park der «Campus Bleniese» entstehen. Die neoklassizistische Villa aus dem Jahr 1839 und der Park, die bisher nicht öffentlich zugänglich sind, werden für Forschung, Bildung, Kultur und Freizeitaktivitäten geöffnet. Ziel ist es, neue Dienstleistungen zu entwickeln, die Ortsteile Lavorceno, Chiesa und Solario miteinander zu verbinden und das historische und kulturelle Erbe aufzuwerten. Das Projekt ist interdisziplinär und partizipativ angelegt, bezieht die Bevölkerung ein und koordiniert öffentliche und private Einrichtungen. So schafft das Modellvorhaben soziale, kulturelle und wirtschaftliche Vorteile, erleichtert den Zugang zu Dienstleistungen und entwickelt die Region nachhaltig weiter.