Zentrumsfunktionen in ländlichen Regionen und Berggebieten stärken
Einkaufen, einen Kaffee trinken, schnell zur Post oder zur Hausärztin gelangen – intakte Dorfzentren in ländlichen Gebieten und Bergregionen erleichtern den Alltag, stärken die lokale Wirtschaft und bieten Raum für Begegnungen. Besonders ältere Menschen sind auf diese Angebote angewiesen. Leider verlieren viele dieser Ortskerne zunehmend an Leben. Was ist zu tun, um die Dörfer von morgen zu stärken?
Gesund im Alter: Ein Netzwerk für Sarnen und Umgebung
Der Anteil der Seniorinnen und Senioren nimmt in Sarnen (OW) und Umgebung zu, Fachkräfte fehlen, und die Gesundheitskosten steigen. Eine umfassende Versorgung ist langfristig nicht mehr gesichert. Das Projekt baut deshalb ein Gesundheitsnetz auf, das ältere Menschen unterstützt, ihre Selbstständigkeit fördert und die Versorgung dauerhaft gewährleistet. Dabei soll das Netz die geografische Lage von Sarnen mit seinen verschiedenen Ortsteilen und den Streusiedlungen berücksichtigen. Akteure aus dem Gesundheitswesen, dem Sozialbereich und der Zivilgesellschaft arbeiten interdisziplinär zusammen. Die Kernthemen sind selbstbestimmtes Wohnen, Begegnungsorte, integrierte Versorgung sowie sichere Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum.
Generationenübergreifendes Quartier in Breggia
Im Ortsteil Morbio Superiore der Gemeinde Breggia (TI) soll ein generationenübergreifendes Quartier entstehen. Ziel ist es, den sozialen Zusammenhalt zu stärken, ältere Menschen zu unterstützen und der Entvölkerung entgegenzuwirken. Das partizipativ geplante Quartier wird soziale und gesundheitliche Einrichtungen sowie Bildungs- und Freizeitangebote bieten, etwa ein Seniorenheim, eine Bar, eine Kindertagesstätte und Gemeinschaftsräume. Parallel dazu lanciert das Projekt eine Studie, um das Zentrum von Breggia mit den Ortsteilen besser zu verbinden, etwa mit dezentralen Dienstleistungen, ambulanter medizinischer Versorgung, Essenslieferungen und generationenübergreifenden Aktivitäten. Ziel ist es, ein Dienstleistungsnetzwerk im gesamten Tal aufzubauen und so die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.
Vernetzte Dörfer: Zentrumsfunktionen im Grossraum Genf
Das von Grand Genève getragene Projekt zielt darauf ab, Dörfern und Weiler besser miteinander zu vernetzen. Sie sollen Dienstleistungen wie Schulen, Apotheken oder Bibliotheken gemeinsam nutzen können. Das Angebot an Dienstleistungen und Einrichtungen soll gefestigt und ausgebaut werden. Ziel ist es, die lokale Lebensqualität zu erhöhen, ohne von den Grossstädten abhängig zu sein. Anhand von vier Untersuchungsgebieten sollen konkrete Szenarien entwickelt werden, um die sanfte Mobilität, den Zugang zu Infrastrukturen, die Gestaltung öffentlicher Räume und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Der Schwerpunkt liegt auf Klimaresilienz, nachhaltigen Dienstleistungen und der Solidarität zwischen den Gemeinden.
Integrierte Gesundheitsversorgung Region Luzern West – Vernetzt versorgt, digital verbunden
In der Region Luzern West wird – inspiriert von der nationalen Vision «Gesundheitsnetz für alle» – ein neues Gesundheits- und Sozialnetz entwickelt. Fachpersonen, Gemeinden und die Bevölkerung arbeiten zusammen, um die Versorgung vor Ort wohnortnah und nachhaltig zu verbessern. Es gibt Pilotprojekte in drei Bereichen: sozialräumliche Unterstützung und Mobilität, Zusammenarbeit zwischen Gesundheit, Sozialem und Zivilgesellschaft sowie digitale Versorgungskomponenten. Ziel ist, dass alle gemeinsam eine langfristige und gut vernetzte Gesundheitsversorgung für die Region planen und umsetzen – gestützt auf ein gemeinsames Zukunftsbild und eine Absichtserklärung für eine Versorgungsstrategie.
Mobilitätsverträgliche Innenentwicklung in Glarus Nord
Die Gemeinde Glarus Nord plant neue Arbeitsplätze und Wohnungen, indem sie diese in die bestehende Infrastruktur integriert. Ein Fokus liegt auf nachhaltiger Mobilität: Mobilitätsmanagement, Sharing-Angebote und gezielte Anreize für den öffentlichen Verkehr sollen helfen, Staus und Belastungen für die Quartiere trotz begrenzter Strassen- und Bahninfrastruktur zu vermeiden. Ehemalige Industrieflächen werden umgenutzt und mit bestehenden Nachbarschaften sowie Dorfkernen verknüpft. Instrumente wie ein Runder Tisch, Exkursionen sowie ein schlankes Baureglement mit intensiver Beratung im Bewilligungsverfahren tragen dazu bei, Wachstum, Lebensqualität und umweltfreundliche Mobilität in Einklang zu bringen.
Vernetzte Versorgung und Ortskernaufwertungen im Zürcher Oberland
Im Zürcher Oberland möchte ein Modellvorhaben ländliche Ortskerne stärken und die Grundversorgung sowie deren Zugänglichkeit verbessern. Im Berggebiet des Tösstals und in den Agglomerationsgemeinden entlang der S-Bahnlinie werden die lokale Versorgung und zentrale Dienstleistungen besser vernetzt. Öffentliche Räume sollen aufgewertet und der Fuss- und Veloverkehr mit Hilfe von Mikrohubs gestärkt werden. Die Akteure entwickeln eine Toolbox mit geeigneten Nutzungskompositionen und spielen Szenarien durch, die in die laufenden Prozesse und Planungsinstrumente einfliessen sollen. Die Planung erfolgt partizipativ: Die Bevölkerung, Fachpersonen und Gemeinden entwickeln Lösungen, welche die Identität und Aufenthaltsqualität in den Ortskernen verbessern und als Modell für weitere Ortsplanungen dienen können.