Zum Hauptinhalt springen

Zukunft Wohnen: Den Bestand nachhaltig nutzen und transformieren

Bezahlbar, barrierefrei und schön im Alter wohnen – das ist das Bedürfnis vieler Menschen. Doch die wachsende und alternde Bevölkerung und der Klimawandel stellen uns vor grosse Herausforderungen. Wir müssen unsere Bauweise überdenken und bestehende Gebäude effizienter nutzen. Anstatt neue Flächen zu verbrauchen, sollte neuer Wohnraum vor allem in bereits genutzten Gebieten und in bestehenden Gebäuden entstehen. Wie können wir diese diese Areale und Gebäude optimal nutzen und nachhaltig umgestalten?

Quid pro Quo: Ein Tauschmodell zur Wohnraumförderung in Pontresina

In Pontresina schafft das Tauschmodell «Quid pro Quo» (Deutsch: «dies für das») bezahlbaren Wohnraum. Sanierungsbedürftige Liegenschaften im Stockwerkeigentum werden von einer Stiftung energetisch ertüchtigt. Im Gegenzug darf die Stiftung auf der Parzelle zusätzliche Erstwohnungen im Baurecht erstellen. Die Gemeinde unterstützt die Projekte mit Planungsregeln und Anreizen, etwa mit Aufzonungen. Auf diese Weise tauschen die beteiligten Akteure Mehrwerte und gehen die Herausforderungen der Innenverdichtung, des Sanierungsstaus und des Wohnraummangels an. Eine Machbarkeitsstudie und ein Leitfaden zeigen die architektonische Umsetzbarkeit und übertragbare Anwendungsstrategien für Gemeinden mit vergleichbarer Ausgangslage.

Westschweizer Plattform – Sanfte und hochwertige Verdichtung von Villenvierteln

Gemeinden und Regionen bündeln ihre Kräfte, um Villenviertel sanft und hochwertig zu verdichten: auf der bestehenden Bebauung aufbauend, umweltfreundlich und zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Akteure ermitteln die Besonderheiten der Gemeinden und vertiefen einen Aspekt der drei Schwerpunkte Freiflächen, Bebauung und soziales Leben. Die Projektaktivitäten umfassen Thementage mit Fachleuten, kollaborative Workshops und Treffen in den Gemeinden, um Ideen zu erproben und den Dialog zwischen den Akteuren zu fördern. Das Projekt zielt darauf ab, ein Kompetenzzentrum zu schaffen, um bewährte Praktiken bei der Verdichtung von Villenvierteln gemeinsam zu erarbeiten, weiterzuentwickeln und auszutauschen.

Nossa Casa. Wohnraum- und Dorfentwicklung in der Surselva (GR)

Das Modellvorhaben «Nossa Casa» arbeitet darauf hin, bezahlbaren Wohnraum in leerstehenden oder wenig genutzten Gebäuden zu schaffen und durch Mischnutzungen die Attraktivität von Dörfern zu stärken. Pilotprojekte in mindestens drei Gemeinden sollen zeigen, wie Liegenschaften umgenutzt werden können. Parallel wird ein gemeinnütziger Wohnbauträger aufgebaut, der künftig weitere Vorhaben umsetzen soll. Das Modellvorhaben bringt Gemeinden, lokale Akteure und Politikbereiche zusammen und verfolgt einen partizipativen Ansatz. Erfahrungen werden dokumentiert und auf andere Bergregionen übertragbar gemacht.

Gesund im Bestand: Bezahlbare und soziale Transformation in Bern

Das Projekt «Gesund im Bestand» in Bern entwickelt Strategien, um bestehenden Wohnraum sozial verträglich und bezahlbar zu transformieren. In Fallstudien zu typischen Nachkriegssiedlungen werden Lösungen für Wohnen, Wohlbefinden, Klimaschutz und wirtschaftliche Tragfähigkeit entwickelt. Im Wohnlabor arbeiten Forschung, Verwaltung und Praxis zusammen. Deren Erkenntnisse fliessen in laufende städtische Vorhaben ein. Ergebnis des Projekts sind Empfehlungen zu Anreizsystemen, Bauabläufen im bewohnten Zustand und Beteiligungsprozessen, die auf andere Quartiere oder Städte übertragbar sind.

Locarnese – ein Plan für nachhaltigen Wohnungsbau

Das Projekt zielt darauf ab, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Raum Locarno zu beheben, indem leerstehende oder veraltete Gebäude in gemeinnützige Wohnungen umgewandelt werden. Die Energieeffizienz bestehender Gebäude soll verbessert werden. Wohnungen sollen für alle bezahlbar sein in Gebieten, die gut vom öffentlichen Nahverkehr und durch Fuss- und Velowege erschlossen sind. Beim Projekt arbeiten in der Region tätige Wohnbaugenossenschaften, die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) sowie kommunale, agglomerationsweite und kantonale Behörden zusammen. Sie beziehen die Bewohnerschaft mit ein. Schrittweise sollen die Lücken bei nachhaltigen Mieten analysiert, vorrangige Gebiete kartiert, Fallstudien entwickelt und ein Plan für eine nachhaltige Agglomeration ausgearbeitet werden. Angestrebt werden reproduzierbare Massnahmen, mehr bezahlbarer Wohnraum und eine nachhaltige Stadtplanung.

Sagenmatt 7 – Postindustrielle Transformation an der Reuss

Das Projekt untersucht, wie ein Industriegebäude aus den 1960er Jahren nachhaltig umgenutzt und verdichtet werden kann. Das Gebäude liegt im Schatten eines ehemaligen Steinbruchs, die Räume sind tief und ungünstig ausgerichtet. Es befindet sich in einem multikulturell geprägten Quartier mit vielen Kindern, tiefen Einkommen und älteren Gebäuden. Ziel ist, ein Entwicklungskonzept für die Verdichtung mit gemeinnützigem Wohnraum zu schaffen, das durch die Integration quartierdienlicher Nutzungsangeboten Verdrängungsprozesse abfedert, Nachbarschaftsnetzwerke stärkt und eine Übergangsnutzungen als Reallabor nutzt. Das Projekt entwickelt eine Toolbox die Angebote für eine sozialraumsensitive Planung versammelt.