Nationales Personenverkehrsmodell

Wie entwickelt sich der Verkehr in diesem Land? Wer fährt in ein paar Jahren mit welchen Verkehrsmitteln wohin? Solche Fragen interessieren alle, die verkehrs- und raumpolitische Probleme zu lösen haben und über den Ausbau von Strassen oder Velowegen, über neue Bahngeleise oder die Siedlungsentwicklung entscheiden: Planerinnen und Planer beim Bund, bei den Kantonen oder Städten zum Beispiel. Um die richtigen Entscheide fällen zu können, brauchen sie dienliche Grundlagen und moderne Arbeitsinstrumente.  

Das nationale Personenverkehrsmodell NPVM ist ein solches Instrument. Es dient dazu, das Mobilitätsverhalten von Menschen zu analysieren und zu prognostizieren. Das NPVM steht mit einem Basiszustand 2017 des durchschnittlichen Werktagsverkehrs (DWV), des durchschnittlichen Tagesverkehrs (DTV) und der Morgen- und Abendspitzenstunden (MSP, ASP) zur Verfügung. Der schwere Strassengüterverkehr (Lastwagen sowie Lastzüge/Sattelschlepper) und der Lieferwagenverkehr werden in den verschiedenen Zuständen jeweils in Form von Matrizen berücksichtigt. Der Bezug von Daten und Modellzuständen des NPVM steht allen Interessierten und Nutzern von Verkehrsdaten zur Verfügung.

Eigenschaften des Nationalen Personenverkehrsmodells NPVM 2017
Eigenschaften des Nationalen Personenverkehrsmodells NPVM 2017
© ARE

Das neue NPVM ist viel genauer als das bisherige nationale Modell, dies vor allem in drei Bereichen:

  1. Aus rund 3000 Verkehrszonen in der Schweiz sind rund 8000 geworden. Gleichzeitig sind auch Quartierstrassen und alle Fahrpläne des ÖV im Modell abgebildet. Dies erlaubt einen viel detaillierteren Blick auf die einzelnen Regionen und damit genauere Aussagen über das, was verkehrspolitisch angesagt ist.
  2. Das NPVM deckt alle Verkehrsträger und Wechselwirkungen zwischen ihnen ab. Neu sind auch die Kapazitäten im ÖV und ein Velonetz in das Modell integriert.
  3. Auch bezüglich Personengruppen und Fahrtzweckbeziehungen ist das neue Modell sehr genau: Es ermittelt auf Basis von über 100 verschiedenen Personengruppen, wie viel Verkehr entsteht bezogen beispielsweise auf das Alter oder die Art der Erwerbstätigkeit. Wohnen-Arbeiten oder Einkaufen-Wohnen sind zwei Beispiele der 26 Fahrtzweckbeziehungen.

Das ARE setzt das neue NPVM zum ersten Mal ein, wenn es die Schweizerischen Verkehrsperspektiven 2050 erstellt. Diese sind durch das UVEK in Auftrag gegeben und dienen dem Bund als Planungsgrundlage für Infrastrukturprogramme von Strasse und Schiene sowie für verkehrs-, raum-, umwelt- und energiepolitische Entscheide. Dabei werden mit dem NPVM in Wenn-Dann-Szenarien künftige Verkehrsflüsse und Modal-Splits berechnet. Das ARE stellt diese Resultate Verkehrs- und Raumplanerinnen sowie Forschungsinstitutionen und Beratungsbüros als Open Data zur Verfügung, dazu auch Modelle für weitergehende Auswertungen. Die Publikation ist für Herbst 2021 geplant.

Mehr über das NPVM erfahren

 

 
https://www.are.admin.ch/vanity/are/npvm