2017 betrugen die externen Kosten der Mobilität 13.4 Milliarden Franken

Ittigen, 18.06.2020 - Die nicht von den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern übernommenen Umwelt-, Gesundheits- und Unfallkosten belaufen sich im Jahr 2017 auf 13.4 Milliarden Franken. Hauptverursacher ist der motorisierte Strassenverkehr, der bedeutende Mengen an Schadstoffen ausstösst sowie Lärm und Unfälle verursacht. Dies hat das Bundesamt für Raumentwicklung ARE in seiner aktualisierten Studie «Externe Kosten und Nutzen des Verkehrs in der Schweiz» berechnet.

Der Verkehr auf Strasse, Schiene, Wasser und in der Luft hatte 2017 in der Schweiz nicht von den Verursacherinnen und Verursachern bezahlte Umwelt-, Gesundheits- und Unfallkosten von 13.4 Milliarden Franken zur Folge. Diese Kosten schlagen sich für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer nicht im Preis der Mobilität nieder und werden daher als extern bezeichnet. 9.5 Milliarden Franken entstehen durch den motorisierten privaten Verkehr auf der Strasse und knapp 1.1 Milliarden durch den Velo- und Fussverkehr. Bei Letzterem sind es vor allem Unfälle, welche die externen Kosten in die Höhe treiben. Zu Fuss Gehen und Velofahren hat aber auch positive Effekte für die ganze Gesellschaft. Körperliche Bewegung führt zu weniger Krankheitsfällen und damit produktiveren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zu geringeren Kosten im Gesundheitswesen und bei den Sozialversicherungen. Dieser externe Nutzen belief sich 2017 auf 1.4 Milliarden Franken. Auch alle anderen Fahrzeugkategorien erzeugen einen hohen Nutzen, allerdings profitieren dort meist direkt die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, womit der Nutzen nicht als extern gilt.

Der Schienenverkehr ist vor allem aufgrund von Luftverschmutzung und Lärm für externe Kosten in der Höhe von 1.1 Milliarden Franken verantwortlich. Der öffentliche Verkehr auf der Strasse (Bus, Tram) verursacht externe Kosten von gut 270 Millionen Franken. Im Luftverkehr fällt der überwiegende Teil der 1.4 Milliarden Franken an externen Kosten wegen dem CO2-Ausstoss an.

Die externen Kosten des Verkehrs sind zwischen 2016 und 2017 um 170 Millionen Franken leicht angestiegen. Gründe dafür sind die Zunahme des Verkehrs sowie die wachsende Bevölkerung, die den negativen Auswirkungen des Verkehrs ausgesetzt ist.

Die externen Kosten im Verkehr zeigen, dass die Preise für die verschiedenen Mobilitätsformen die verursachten Kosten nicht decken. Die zu tiefen Preise setzen Anreize, längere und häufigere Fahrten zu unternehmen. Dies führt zu einem Verbrauch natürlicher und finanzieller Ressourcen, der volkswirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Die beträchtlichen Summen der externen Kosten trägt die Gesellschaft, beispielsweise in Form von höheren Sozialversicherungsprämien oder beeinträchtigter Lebensqualität. Zukünftige Generationen werden die Kosten des Klimawandels tragen müssen.


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