Swissbau 2022

Wie sieht die nachhaltige und klimaschonende Raumentwicklung der Zukunft aus? Eine Veranstaltungsreihe des Bundesamts für Raumentwicklung ARE an der Swissbau vom 3. bis 6. Mai 2022 vertiefte diese Frage. 

Veranstaltungen und Videos

Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung: Wen kümmerts?

Nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen kann die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft sichergestellt und verbessert werden – so sieht es das drei Säulen-Modell der Nachhaltigen Entwicklung vor. Funktioniert dieses Prinzip überhaupt in der Praxis oder ist das Modell schon längst überholt? Oder gar realitätsfern? Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE als Fachstelle des Bundes für die Nachhaltige Entwicklung lädt Fachleute dazu ein, ihre Position an einer Paneldiskussion zu vertreten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen unter anderem den Fragen nach, wem welche Rolle und welche Verantwortung zufällt, welche Erwartungen es gibt und inwiefern die Bereitschaft besteht, mit anderen Akteuren partnerschaftlich und zugunsten des Ziels einer Nachhaltigen Entwicklung zu kooperieren.

«Agenda 2030»: Rendez-vous mit der Raumentwicklung

Die Raumentwicklung der Schweiz ist auf die nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Damit trägt sie wesentlich zum Erreichen der 17 Ziele bei, welche die Agenda 2030 setzt. Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) ist unter anderem die Fachbehörde des Bundes für Fragen der nachhaltigen Entwicklung. Diese vom ARE durchgeführte Veranstaltung zeigt, wie der internationale Referenzrahmen der «Agenda 2030» mit der «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030» des Bundes in den nationalen Kontext übersetzt wird. Die vorgestellten Massnahmen zeigen auf, wie eine clevere Koordination der Raum- und Verkehrsentwicklung eine Umsetzung in die Praxis ermöglicht, die nachhaltig wirkt.

So viel wie nötig: Auf dem Weg zur ressourcenleichten Stadtentwicklung

Die Siedlung Schweiz steht. Sie hat Qualitäten und Defizite und unterliegt einem steten Wandel. Auf das Prinzip «Tabula rasa» und Neubauen zu setzen, ist nicht zielführend. Denn der radikale Abriss vernichtet viel graue Energien und läuft so dem Ziel «Netto Null» zuwider. Das Instrument der Stunde heisst vielmehr qualitätsvolle Innenentwicklung. Ein solches Vorgehen fordert auch das revidierte Raumplanungsgesetz: hinschauen, verstehen und partizipativ weiterentwickeln. Die Innenentwicklung ist deshalb eine grosse Chance für die Nachhaltige Entwicklung.

Orts- und Dorfkerne wiederbeleben und mit Qualität entwickeln

Das von den Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gutgeheissene revidierte Raumplanungsgesetz (RPG 1) verlangt einen Paradigmenwechsel in der Siedlungsentwicklung: Die Innenentwicklung hat Priorität vor der Aussenentwicklung. Dabei geht es um eine qualitative Aufwertung. Das bedeutet auch die Wiederbelebung von Orts- und Dorfkernen, die Stärkung von Freiräumen und die Sanierung von prägenden Einzelbauten. Was heisst das in der Praxis? Und wie wirkt sich die Pandemie auf die Stadt- und Ortsentwicklung aus? EspaceSuisse beantwortet diese Fragen anhand der Hilfestellungen, die der Schweizer Verband für Raumplanung und Umweltfragen im Rahmen des tripartiten Impulses «Innenentwicklung» den Städten und Gemeinden anbietet.

Klimaangepasste Siedlungsentwicklung

Die Freiräume spielen eine wesentliche Rolle für die Zukunftsfähigkeit unseres Siedlungsraumes. Der Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen hat deshalb das Positionspapier zum Thema «Klimaangepasste Siedlungsentwicklung" erarbeitet. Das Positionspapier bildet thematischen Rahmen und Einführung. Das ARE-Arbeitshilfe zur Behandlung des Themas Klima in den kantonalen Richtplänen stellt die strategische Behandlung des Themas seitens Bund zusammen mit den Kantonen dar. Zur Illustration, wie diese Vorgaben über den Richtplan in die kommunale Nutzungsplanung bzw. den konkreten Raum wirken könnten, würden abschliessend Beispiele aus dem BAFU-Pilotprogramm Anpassung an den Klimawandel gezeigt.

Infrastrukturentwicklung und Städtebau gehen Hand in Hand

Im Metropolitanraum Basel sollen die Haltepunkte der S-Bahn von reinen Durchgangs- und Umsteigepunkten zu Orten des Zusammenlebens entwickelt werden, inmitten durchmischter Stadtquartiere gelegen und verknüpft mit dem ÖV und dem Fuss- und Radwegenetz. Die Projektgruppe «IBA Aktive Bahnhöfe» konzentrierte sich auf die Verzahnung von Infrastruktur und Siedlungsentwicklung; Stau und Zersiedlung, zugeparkte Freiräume und verwaiste Dorfkerne, erhöhte CO₂- und Feinstaubbelastungen. Kein Wunder, gilt die Trendwende zum öffentlichen Verkehr als europaweites Ziel für eine klimatauglichere und lebenswertere Raumpolitik. Welche Erkenntnisse liegen vor? Welche fliessen tatsächlich in den Prozess Städtebau «Basel 2050» ein? Eine Diskussion über Potenziale, Erkenntnisse und Vorgehen.

Impressionen

Fotos: Bettina Matthiessen

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