Nationale Güterverkehrsmodellierung

Die Verkehrsmodellierung im UVEK (VM-UVEK) betreibt ein Nationales Güterverkehrsmodell (NGVM). Mit dem NGVM wird die Gesamtheit des schweren Güterverkehrs auf der Strasse und der Schiene modelliert. Das Modell gilt für den Binnen- sowie den Import- und Exportverkehr. Die Daten zum Transitverkehr werden aus den alpen- und grenzquerenden Erhebungen übernommen. Der vorliegende Modellzustand bezieht sich auf das Basisjahr 2005, Prognoserechnungen wurden mit dem NGVM bisher nicht durchgeführt.

Das NGVM lässt sich in drei Hauptkomponenten untergliedern:

  1. Ermittlung des Güterverkehrsaufkommens auf der Basis von Warengruppen und Berechnung von Tonnenströmen innerhalb der Schweiz;
  2. Berechnung des Transports von Sendungen mit verschiedenen logistischen Systemen (differenziert nach Versandformen und Kostenstrukturen), aufgeteilt auf die Verkehrsträger Strasse und Schiene;
  3. Modellierung von Fahrten verschiedener Fahrzeugtypen im Strassengüterverkehr.

Das NGVM verfolgt mit hundert Warengruppen und der Definition von neunzehn logistischen Systemen einen sehr detaillierten und stark disaggregierten Ansatz. Die Komplexität des NGVM hinsichtlich der eingesetzten Methoden und Daten eröffnet vertiefte Analysen mit Blick auf kleinteilige Entwicklungen im Güterverkehr, schränkt dabei jedoch die Handhabbarkeit des Modells ein. Das NGVM steht Dritten für Forschung und Analysen zur Verfügung.

Eine in 2013/14 durchgeführte Studie zur Evaluierung der nationalen Güterverkehrsmodellierung hatte zum Ziel, Strategien für das weitere Vorgehen im Bereich der Güterverkehrsmodellierung zu entwickeln. Neben den Strategien und Empfehlungen liefert die Studie einen umfassenden Überblick über die amtsübergreifenden Bedürfnisse im Bereich der Güterverkehrsmodellierung, die verfügbaren Daten und Erhebungen und die zur Modellierung im Güterverkehr angewendeten Methoden. Eine zentrale Empfehlung der Studie ist, eine nationale Güterverkehrsmodellierung zu verfolgen, die modular die aggregierten und disaggregierten Blickwinkel berücksichtigt und dabei das bestehende NGVM einbezieht.

Auf Basis der Studienergebnisse wurde in 2014/15  eine stärker aggregiert arbeitende Methode entwickelt. Ergebnis dieser Arbeiten ist die „Aggregierte Methode Güterverkehr (AMG)" mit Bezug zum Basisjahr 2012. Die AMG besteht aus zwei Teilmodellen: Teilmodell 1 dient der aggregierten Prognose der Güterverkehrsaufkommen nach 10 Warengruppen, den Verkehrsträgern Strasse und Schiene sowie differenziert für den Binnen-, Import-, Export- und Transitverkehr. Mit dem Teilmodell 2 erfolgt die Regionalisierung der Güterverkehrsnachfrage auf die Ebene von MS-Regionen. Die Grundlage dazu bilden regionalisierte Tonnenströme, abgeleitet aus Erhebungsdaten im Strassen- und Schienengüterverkehr. Über räumlich höher aufgelöste Strukturdaten besteht zudem die Möglichkeit Matrizen bis auf die Stufe von Verkehrszonen zu erstellen.

Die AMG funktioniert als eigenständiges Güterverkehrsmodell und ist in Excel umgesetzt. Gleichzeitig wurden bei der Modellentwicklung zukünftige Querbeziehungen zum NGVM angelegt. Die AMG bildet zudem die Berechnungsgrundlage für die Schweizerischen Verkehrsperspektiven 2040.

Mit dem Projekt „Möglichkeiten der Integration der Logistik in die Güterverkehrsmodellierung“ wurden Konzepte für die Weiterentwicklung der Güterverkehrsmodellierung im VM-UVEK erstellt, wobei die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Integration logistischer Prozesse im Vordergrund standen. Es werden Vorschläge für die Weiterentwicklung der Aggregierten Methode Güterverkehr (AMG), die Abbildung logistischer Prozesse sowie die Analyse von empirischen Daten erarbeitet. Darauf aufbauend zeigt die Studie einen kurz- bis mittelfristigen Vorgehensvorschlag auf.

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