Nationales Personenverkehrsmodell: Neues Planungsinstrument für Raum und Mobilität

Ittigen, 26.05.2020 - Das neue Nationale Personenverkehrsmodell des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK steht ab sofort zur Verfügung. Es erlaubt Behörden, Verkehrsunternehmen und anderen Akteuren, die Auswirkungen ihrer Vorhaben auf das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung abschätzen und damit planen zu können.

Das neue Nationale Personenverkehrsmodell (NPVM) ermöglicht es, abzuschätzen, wie politische und planerische Entscheide oder Veränderungen in der Mobilität und im Raum sich auf das Verkehrssystem in der Schweiz auswirken. Das Modell umfasst das Schienen- und Strassennetz, deckt die ganze Schweiz ab und erlaubt Aussagen zu Regionen und unterschiedlichen Nutzergruppen. Bund, Kantone, Städte und Agglomerationen nutzen das Modell und dessen Ergebnisse. Auch können weitere Akteure wie etwa Verkehrsbetriebe ihre Planungen mithilfe des Modells ausrichten. Der Bund entwickelt unter Anwendung des Modells Zukunftsszenarien für den Verkehr (Verkehrsperspektiven 2050) und bewertet seine Strategischen Entwicklungsprogramme (STEP) auf Strasse und Schiene.

Voraussagen über das Verkehrsverhalten

Das neu erstellte Modell bildet das Schweizer Verkehrssystem von 2017 als Basisjahr ab und berücksichtigt dabei die Verkehrsmodi Auto, öffentlicher Verkehr (ÖV), Velo und Fussverkehr. Mit Annahmen, wie sich etwa Bevölkerung, Arbeitsplätze und Einkommen entwickeln, können Voraussagen zum Mobilitätsverhalten berechnet werden. So kann mithilfe des NPVM analysiert werden, wie sich etwa die Alterung der Bevölkerung, Veränderungen von Siedlungen und Arbeitsplätzen, Anpassungen am Strassennetz oder an Fahrplänen des öffentlichen Verkehrs auf das Mobilitätsverhalten auswirken. Ebenso können die Effekte häufigeren Homeoffices oder veränderter Preise für Fahrten mit dem Auto oder dem ÖV untersucht werden.

Hundert Personengruppen in 8000 Verkehrszonen

Verschiedene Datengrundlagen etwa zur Bevölkerung, dem Besitz von Autos und ÖV-Abonnementen oder zu den Kapazitäten des Bahnverkehrs sind in das Modell eingeflossen. Das NPVM beruht auf den Ergebnissen der grössten Befragungen zum Mobilitätsverhalten: Dem Mikrozensus Mobilität und Verkehr sowie der Befragung zum Verkehrsmittel- und Routenwahlverhalten. Um das Mobilitätsverhalten modellieren zu können, fasst das NPVM die Bevölkerung zu sich ähnlich verhaltenden Gruppen zusammen. Die über hundert Gruppen unterscheiden sich nach Alter, Erwerbsstatus und dem Besitz von Autos und ÖV-Abonnementen; so zeichnet sich etwa eine Gruppe durch folgende Merkmale aus: erwerbstätig, 25- bis 44-jährig, ohne Personenwagen, mit ÖV-Abonnement. Zusammen mit dem räumlichen Detaillierungsgrad von fast 8000 Verkehrszonen in der Schweiz kann das Verkehrssystem realitätsnah abgebildet werden. Ausserdem verwendet das NPVM ein sehr detailliertes und lagegenaues Strassennetz und modelliert auch den Veloverkehr. Beim ÖV berücksichtigt es die Fahrpläne aller öffentlichen Verkehrssysteme und bildet die Auslastung von Zügen ab. Um die Qualität des Modells sicherzustellen, nutzt das Modell fast 4000 Zählwerte des Strassenverkehrs und 1600 Zählwerte im ÖV.

Verkehrsperspektiven 2050 werden im dritten Quartal 2021 publiziert

Das UVEK wendet das NPVM für seine langfristigen Planungen an. So hat es die Arbeiten zur Aktualisierung der Verkehrsperspektiven des Bundes bereits lanciert. Die Resultate wird es im dritten Quartal 2021 publizieren.

Alle Informationen und Daten zum Modell sind dokumentiert und für interessierte Personen zugänglich (siehe Link).


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