Fragen und Antworten

Was sind Kernindikatoren der Nachhaltigen Entwicklung?

Als Kernindikatoren werden die Indikatoren bezeichnet, welche von den im Cercle Indicateurs mitwirkenden Kantonen und Städten für ein gemeinsames System ausgewählt wurden und die zentralen Aspekte der Nachhaltigen Entwicklung auf der Ebene von Kantonen und Städten abbilden.

Aus der Sicht der Politik können die Kernindikatoren unterschiedliche Zwecke haben:

  • Konkretisierung von für die Nachhaltige Entwicklung relevanten Themen bzw. Zielbereichen;
  • Sensibilisierung, Kommunikation und Förderung des Verständnisses für Nachhaltige Entwicklung;
  • Erkennen eigener  Stärken und Schwächen;
  • Beurteilung der zeitlichen Entwicklung (Monitoring);
  • Vergleich mit anderen (Benchmarking);
  • Meinungsbildung und Festlegung von Massnahmen und Vorhaben zur politischen Steuerung (Strategien/Konzepte und Programme/Projekte).

Für jede Nachhaltigkeitsdimension wurden Themen (Zielbereiche) definiert, welche für die Nachhaltige Entwicklung prioritäre Bedeutung haben. Für jeden dieser Zielbereiche wurde für Städte und Kantone in der Regel je ein Kernindikator ausgewählt.

Auswahlkriterien

Die Indikatoren sollten:repräsentativ und aussagekräftig für den Zielbereich sein,quantitativ ermittelbar sein,leicht verständlich und gut kommunizierbar sein,den grösstmöglichen Konsens unter den am Prozess Beteiligten darstellen,in der Regel von der kommunalen bzw. kantonalen Politik beeinflussbar sein.

Weiterentwicklung 

Seit der ersten Erhebung ist das Bedürfnis nach einer Weiterentwicklung verschiedener Indikatoren gewachsen. Aus diesem Grund wurden seit 2005 mehrere Indikatoren überarbeitet. Zudem wurden die auf der BFS-Website veröffentlichten Zeitreihen harmonisiert, sodass alle publizierten Daten den aktuellen Definitionen der Indikatoren entsprechen (die wenigen Ausnahmen sind entsprechend gekennzeichnet).

Erhebungsrhythmus 

Die Kantone erheben die Daten alle zwei Jahre, die Städte alle vier Jahre. An der erstmaligen Erhebung im Jahr 2005 nahmen Kantone und Städte teil. Für die Kantone ist die Datenerhebung 2017 somit bereits die siebte nach 2005, 2007, 2009, 2011, 2013 und 2015; und die vierte für die Städte nach 2005, 2009 und 2013.

Monitoring

Jede Erhebung liefert neue Daten für die Zeitreihen der Indikatoren. Diese erlauben ein regelrechtes Monitoring zur nachhaltigen Entwicklung und zeigen Fort- oder Rückschritte bei der Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele in den einzelnen Kantonen und Städten auf. Mit diesem Monitoring lassen sich negative Entwicklungen erkennen und bei der Festlegung strategischer Prioritäten berücksichtigen.

Benchmarking

Unter Benchmarking wird der Vergleich zwischen den Kantonen oder den Städten verstanden. Damit können eigene Stärken und Schwächen erkannt werden, und gute Beispiele werden sichtbar.

Der sorgfältigen Interpretation der Daten kommt bei einem Benchmarking immer eine sehr grosse Bedeutung zu. Es ist wichtig, dass:

  • die Gründe für das eigene Ergebnis vertieft beurteilt werden;
  • neben den eigenen Indikatorwerten auch die Verteilung der Indikatorwerte der Benchmarking-Partner (z.B. bezüglich Ausreisser) betrachtet werden;
  • Handlungsspielräume für Verbesserungen identifiziert werden.

Organisation

Die Projektleitung liegt beim ARE. Die Arbeiten werden von zwei weiteren Bundesämtern begleitet:

  • Bundesamt für Statistik BFS (verantwortlich für das Projektsekretariat)
  • Bundesamt für Umwelt BAFU 

Die Trägerschaft als Entscheidorgan vereint nebst den genannten Bundesstellen alle im Cercle Indicateurs mitwirkenden Kantone und Städte.

https://www.are.admin.ch/content/are/de/home/nachhaltige-entwicklung/evaluation-und-daten/nachhaltigkeitsindikatoren/cercle-indicateurs/faq.html