Förderprogramm 2020-2021: Nachhaltiger Lebensstil – gut für Klima und Biodiversität

Das Bundesamt für Raumentwicklung unterstützt im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Entwicklung zehn innovative und reproduzierbare Projekte, die zur Förderung klimafreundlicher Lebensstile und/oder zum Erhalt der Biodiversität beitragen (SDG 13 und 15) oder eine grosse Hebelwirkung auf die Sensibilisierung und Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz haben.

Aktion «KlimaNaturBalkon» - Mehr Biodiversität und ein besseres Mikroklima in Bern

Hitzesommer häufen sich; gerade in Städten werden die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher spürbar. Im Rahmen der Awareness-Kampagne «KlimaNaturBalkon» motiviert die Stadt Bern die Bevölkerung dazu, ihre Balkone mit einheimischen Pflanzen zu begrünen. Dies erhöht Lebensqualität und Wohlbefinden, fördert die Biodiversität und trägt zu einem angenehmeren Mikroklima bei. Eine Begleitbroschüre informiert über die Agenda 2030, die städtischen Klimaschutzmassnahmen und den Berner Biodiversitätsschwerpunkt 2021, liefert Hintergrundinformationen und praktische Tipps und lädt zum Beobachten und Dokumentieren ein. Dank einem Wimpel auf den Balkonen wird die Aktion im öffentlichen Raum sichtbar und kann einen Multiplikationseffekt entfalten. Ergänzend wird ein Hitzespaziergang konzipiert, auf dem Temperaturunterschiede konkret fühlbar werden, und die Gruppe Klimatologie der Universität Bern steuert mit Temperaturmessungen und Wärmebildern empirische Daten zum Effekt der Begrünung aufs Mikroklima bei. Die Mitmach-Aktion «KlimaNaturBalkon» will die Bevölkerung für Zusammenhänge zwischen Biodiversität, Vegetation und Stadthitze sensibilisieren und ihr Commitment erhöhen, einen persönlichen, niederschwelligen Beitrag an die lokale Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen zu leisten.


Dorothee Lanz, dorothee.lanz@bern.ch

Inspirationen für ein ressourcenschonendes Leben - Ein Leitfaden für mehr Suffizienz in Gemeinden

Ziel des Projektes ist es, das Thema Suffizienz als wichtige und lohnenswerte Strategie für einen klimaverträglichen Lebensstil auf kommunaler Ebene zu positionieren. Erarbeitet werden eine Broschüre und ein Handlungsleitfaden. Der Leitfaden soll Gemeinden und Städten aufzeigen, wie nachhaltige Lebensstile gestaltet und in der Bevölkerung ermöglicht werden können. In drei Pilotgemeinden wird der Leitfaden getestet und jeweils ein Projekt wird in der Umsetzung begleitet. Für die breite Kommunikation, wird eine Broschüre mit inspirierenden Ansätzen erstellt. Das Projekt dauert 2 Jahre und wird vom Trägerverein Energiestadt mit Partnern umgesetzt. Der Trägerverein Energiestadt fördert eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik in Städten und Gemeinden.


Thomas Fink, thomas.fink@energiestadt.ch 

energiestadt.ch

«Jeder Fussabdruck zählt» – Bürgerinnen und Bürger für eine nachhaltige Stadt

Es ist hinlänglich erwiesen, dass die globale Transformation umso wirkungsvoller ist, wenn sie lokal verankert sind, d. h. in den Quartieren, nahe bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt. Deshalb müssen die Städte zu den entscheidenden Akteurinnen bei der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils und einer nachhaltigen Entwicklung werden. Die Stadt Lugano setzt zahlreiche Initiativen um, mit denen die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeitsziele erreicht werden sollen. Vielen Stadteinwohnerinnen und -einwohnern fehlen jedoch klare Informationen darüber, was Nachhaltigkeit in ihrem Alltag bedeutet und wie die verschiedenen Ziele der Agenda 2030 in konkretes Handeln umgesetzt werden können, um das eigene Verhalten zu verändern. Die Sensibilisierungskampagne «Jeder Fussabdruck zählt» will der Bevölkerung von Lugano die Agenda 2030 mit einem partizipativen und interaktiven Ansatz näherbringen und so herunterbrechen, dass im Alltag konkrete Aktivitäten und Schritte unternommen werden können, die zu einer Veränderung des eigenen Lebensstils mit einer nachhaltig positiven Auswirkung in den verschiedenen Bereichen führen.

 

Sabrina Antorini Massa, sabrina.antorinimassa@lugano.ch 

Tatjana Ibraimovic, tatjana.ibraimovic@lugano.ch

Klimaschutz auf dem Teller

Das Projekt «Klimaschutz auf dem Teller» reduziert den ökologischen Fussabdruck der täglichen Ernährung. Wir aktivieren Besucher*innen von Berg- und SAC-Hütten, um ihren ernährungsbezogenen CO2-Ausstoss zu verringern, indem wir an ausgewählten Wochenenden vegetarische, saisonale und lokale Ernährung zubereiten. Die Gäste werden aktiv in das Projekt involviert, indem sie den Essenstransport zu Fuss in die Hütte unterstützen. Durch diese Aktivierung sowie einen abendlichen Austausch erreichen wir, dass sich die Hüttengäste auch im Alltag mit dem Thema der Ernährung und den Einfluss auf das Klima auseinandersetzen. Mit diesem Projekt zielen wir auf einen kulturellen Wandel der Ernährung, unterstützen die lokale Wertschöpfung und fördern umweltbewusstes Handeln. Bis Ende 2022 sind mind. 25 Aktionswochenende geplant. 


Nicholas Bornstein, info@protectourwinters.ch

protectourwinters.ch

Gemeinde-Dashboard

Mit diesem Projekt soll ein Online-Tool namens «Gouvernail communal» (dt. wörtlich «Kommunales Steuerruder») erstellt werden, mit dem sich die Ziele der Agenda 2030 in die Verwaltung einer Gemeinde überführen lassen. Das Tool dient als roter Faden, der die Gemeinde durch alle Etappen für eine nachhaltige Gestaltung ihrer Verwaltung führt: von der Bestandsaufnahme der Stärken und Schwächen der Gemeinde über die Definition einer Vision mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren und den Entwurf einer Legislaturplanung mit vorrangingen Zielen und Handlungsschwerpunkten bis hin zur Erarbeitung von Projektblättern, mit denen die Umsetzung der Handlungsschwerpunkte und die Zielerreichung verfolgt werden können. Das Tool soll zudem die Möglichkeit bieten, automatisch sachdienliche Dokumente für die Gemeinde zu generieren (Legislaturplan, Ankündigungen, Projektüberwachungsblätter usw.). 


Laurence Vuagniaux, lvuagniaux@sanu.ch 

Klimaanpassung und Lebensraumaufwertung in Aargauer Gemeinden

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels werden vielfältige und kühle Natur- und Naherholungsräume, die bequem zu Fuss erreichbar sind, für die Lebensqualität immer wichtiger. Sie tragen insbesondere in Agglomerationsgemeinden und Städten zur Standortattraktivität bei. Gleichzeitig können mit geeigneten Flächen die Lebensraumqualität und Vernetzung (Ökologische Infrastruktur) für die Artenvielfalt im Siedlungsgebiet gefördert werden. Mit Pilotgemeinden ermitteln wir das Potenzial, auf kommunalen Flächen Massnahmen umzusetzen, die gleichzeitig die Biodiversität fördern, das lokale Klima verbessern und die Naherholungsqualität erhöhen. Die Erkenntnisse werden für die künftige Ausrichtung der Unterstützung und Beratung von Gemeinden durch den Kanton berücksichtigt.


Nana von Felten, nana.vonfelten@ag.ch 

Bildung für nachhaltige Entwicklung als Citizen-Science App

Die BNE-App als Citizen Science Projekt möchte einen Bogen vom persönlichen Engagement auf Zeit zur kulturellen und politischen Veränderung unserer Gesellschaft schlagen. Die App soll Teilnehmenden ermöglichen, ihre Erfahrungen mit einem selbstgewählten Commitment für eine nachhaltigkeitsbezogene Verhaltensänderung zu reflektieren. Auf diese Weise sollen die Teilnehmenden Erkenntnisse gewinnen, die in Vorschläge münden, wie durch Massnahmen an ihrer Schule, ihrem Arbeitsplatz oder durch politische Massnahmen Bedingungen für einen nachhaltigen Lebensstil gefördert werden können. Damit setzt die App dort an, wo noch Wissen fehlt, nämlich bei Entscheidungen bezüglich nachhaltigem Verhalten, dessen Auswirkungen auf das subjektive Empfinden und Begründungen für lebenspraktische Entwürfe in Bezug auf Nachhaltigkeit.


Corinne Ruesch Schweizer, corinne.ruesch@fhnw.ch 

Suche und finde Natur in deiner Stadt

Die Stadt Lausanne ruft ihre Einwohnerinnen und Einwohner dazu auf, rund zwanzig Tier- und Pflanzenarten zu erfassen, die als Qualitätszeiger für eine gesunde und intakte Umwelt dienen. Die zusammengetragenen Beobachtungen ermöglichen es, eine Übersicht über den Zustand der Biodiversität in der Stadt Lausanne zu erstellen und die erzielten Fortschritte der von freiwilligem Engagement getragenen öffentlichen Massnahmen zu beurteilen. Die interessierten Naturbeobachterinnen und -beobachter werden zunächst angeleitet und unterstützt, damit die eigenen Beobachtungen im städtischen Raum später gut gelingen. Animationen in den verschiedenen Stadtteilen sollen die Quartierbevölkerung für klimafreundliche und biodiversitätsförderliche Handlungen sensibilisieren und zur Begrünung und Biodiversifizierung ihres Quartiers anregen.


Pascale Aubert, pascale.aubert@lausanne.ch

eCO2profil

Das Programm eCO2profil zeigt die Klimabilanz von Schulen auf. Damit können Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren rasch zur Tat schreiten, um ihren persönlichen Einfluss und den der Schule auf das Klima zu vermindern. Die Schülerinnen und Schülern berechnen ihren eigenen CO2-Fussabdruck, den ihrer Klasse sowie ihrer Schule und werden sich so ihres Beitrags zur globalen Erwärmung bewusst. Zudem ermitteln sie gemeinsam die Hauptemissionsquellen von Treibhausgasen in ihrer Schule und führen anschliessend konkrete Klimaschutzprojekte durch, indem sie beispielsweise ihre Gewohnheiten ändern oder den Energieverbrauch in den Gebäuden senken. Die Initiative eCO2profil erfüllt im Übrigen auch mehrere Punkte des Westschweizer Lehrplans «Plan d'études romand» (PER) und verschiedene Ziele der Lehrpläne der Sekundarstufe 2.


Chloé Paratte, chloe.paratte@ecolive.ch

eco2profil.ch

Wir schaffen ein Netzwerk von Foodcoops

Eine Foodcoop ist ein Zusammenschluss von 30–40 Haushalten einer Nachbarschaft, die Lebensmittel direkt von ProduzentInnen bestellen. Margen für Detailhandel und hohe Preise für Kleinmengen fallen weg, was auch Menschen mit niedrigerem Budget den Zugang zu lokal und biologisch produzierten Lebensmitteln ermöglicht.

Das funktioniert ohne Lager, Ladenraum und Personal. Alle 1–2 Mt. werden Waren in Grossgebinden bestellt und z.B. im Quartierraum wie in einem Unverpackt-Laden selbständig abgefüllt. Vor allem Trockenwaren, Öl, Kartoffeln und weitere lagerbare Produkte.

Ein Starterkit und eine Webplattform sollen allen Interessierten ermöglichen, in ihrer Nachbarschaft eine Foodcoop zu gründen und zu betreiben. Mit wenig Aufwand und ohne finanzielles Risiko.
Bis 2030 sollen schweizweit 500 Foodcoops entstehen. Mit ihrer gemeinsamen Kaufkraft bilden sie einen neuen Absatzmarkt für die Schweizer Bio-Landwirtschaft.


Florian Jakober, florian.jakober@gmail.com

Kontakt

Bundesamt für Raumentwicklung ARE

Tina Leiser

Kontaktinformationen drucken

https://www.are.admin.ch/content/are/de/home/nachhaltige-entwicklung/programme-und-projekte/foerderprogramm/2020-2021.html