Räumliche Unterschiede der Bevölkerungs- und Beschäftigtenentwicklung

Zwischen 2012 und 2022 ist die Bevölkerung der Schweiz um rund 10 Prozent gewachsen, die Zahl der Beschäftigten hat sogar um 13 Prozent zugenommen. Unterdurchschnittlich gewachsen sind ländliche, besonders peripher gelegene Gebiete. Gemeinden, in denen die Bevölkerung stärker als die Beschäftigten wuchs, liegen grösstenteils im westlichen Mittelland sowie im Grossraum Zürich. Hingegen sind Gemeinden, in denen vor allem die Beschäftigung stark zulegte, rund um die Ballungszentren zu finden – vereinzelt aber auch in den ländlichen Räumen.

Im Zeitraum 2012-2022 ist in der Schweiz die Bevölkerung um 9.7% angestiegen, die Beschäftigten – beziehungsweise die Arbeitsplätze; die Begriffe werden hier synonym gebraucht – um 13.1%. Auch bei den verschiedenen Raumtypen lagen die Wachstumsraten meist höher, in den städtischen Agglomerationsgemeinden sogar deutlich höher als bei der Bevölkerung. Einzige Ausnahme: In den «ländlichen zentral gelegenen Gemeinden» (meist Gemeinden im ländlich geprägten Mittelland ausserhalb direkter Einzugsgebiete grösserer Städte und Agglomerationen) lag das Bevölkerungswachstum über dem Wachstum der Beschäftigten.

Vergleich der Wachstumsraten (%) von Bevölkerung und Beschäftigten nach Raumtypen (2012-2022)

Bei den Wachstumsraten der Bevölkerung fallen die städtischen Gemeinden mittelgrosser Agglomerationen (Beispiele: Thun, Sion, Schaffhausen, Bellinzona und zentrale Agglomerationsgemeinden) sowie die ländlichen Zentrumsgemeinden mit eher etwas tieferen Werten auf. In den ländlichen peripheren Gemeinden, die vornehmlich in den Alpen und im Jura liegen, hat die Bevölkerung sogar leicht abgenommen.

Die Arbeitsplätze hingegen haben in allen Raumtypen zugenommen. Am schwächsten war die Dynamik aber wiederum in den ländlichen peripheren Gemeinden.

Regionale Wachstumstrends in Städten und Gemeinden

In welchen Regionen wuchsen vor allem die Bevölkerung und in welchen die Arbeitsplätze?Die Karte zeigt pro Gemeinde die Summe der Zunahme von Bevölkerung und Beschäftigten zwischen 2012 und 2022. Die Kreisgrösse zeigt, wie stark diese Zunahme war (Maximalwert: Zürich mit +135’450). Gemeinden, in denen Bevölkerung und Beschäftigte in der Summe rückläufig waren, sind mit gelben Dreiecken markiert – je stärker der Rückgang, desto grösser auch hier das Symbol. Die höchste Abnahme verzeichnete La Chaux-de-Fonds (-883).

Mit unterschiedlicher Farbgebung wird dargestellt, ob (blau) das prozentuale Bevölkerungs- oder (rot) das prozentuale Beschäftigtenwachstum höher war:

  • Hellblau bedeutet, dass in der betreffenden Gemeinde die Wachstumsrate der Bevölkerung höher war als die Wachstumsrate der Beschäftigten. Umgekehrt bezeichnen hellrote Kreise Gemeinden, wo das Wachstum der Beschäftigten höher ausfiel als dasjenige der Bevölkerung.
  • Dunkelblau beziehungsweise dunkelrot eingefärbt sind Gemeinden, bei denen die Differenz besonders gross war (mehr als 10 Prozentpunkte). Beispiel: Sind in einer Gemeinde die Bevölkerung um +16% und die Beschäftigten um +5% gestiegen, resultiert eine dunkelblaue Einfärbung.
Entwicklung Bevölkerung und Beschäftigte 2012-2022 nach Gemeinden

In den fünf grössten Kernstädten Zürich, Genf, Basel, Lausanne und Bern liegt das Wachstum der Bevölkerung etwas über dem Wachstum der Beschäftigung (daher hellrote Kreise). In der Grossregion Zürich liegen auffallend viele Gemeinden mit hohen Wachstumsraten und dominantem Bevölkerungswachstum, namentlich Dübendorf, Opfikon und Bülach, gegen Süden und Westen wären auch noch Kilchberg (ZH) sowie die Aargauer Gemeinden Lenzburg, Zofingen und Aarburg zu nennen. In der Westschweiz fallen in dieser Hinsicht die Regionen Lausanne, Montreux und Unterwallis auf, aber auch weiter nördlich befinden sich viele Gemeinden mit starkem Bevölkerungswachstum. Zu nennen ist auch Bulle, wo in den letzten 10 Jahren sowohl die Bevölkerung als auch die Beschäftigung um über 25 Prozent gewachsen sind – im schweizerischen Kontext sind dies enorme Wachstumsraten.

Im Gegensatz dazu finden sich im Alpenraum kaum Gemeinden mit einer sowohl absolut als auch prozentual hohen Bevölkerungszunahme. Auch im Tessin sind diese Gemeinden rar und am ehesten noch rund um Lugano zu finden.

Gemeinden mit deutlich dominierendem Beschäftigtenwachstum (dunkelrot) liegen oft in der Umgebung grösserer Ballungszentren und/oder an verkehrsgünstig gelegenen Standorten. Nebst der Achse Genf-Lausanne-Yverdon fallen in dieser Hinsicht auch Gebiete nördlich und südlich von Luzern/Zug (Rothenburg bis Baar) auf, und auch am oberen Zürichsee finden sich grosse Zuwachsraten (Freienbach, Rapperswil-Jona, Lachen). Aber auch in ländlicheren Gebieten gibt es etliche Gemeinden, wo die Arbeitsplätze 2012-2022 deutlicher stärker als die Bevölkerung wuchsen, so etwa im Wallis oder im Tessin bei Bellinzona, um Lugano sowie im Raum Chiasso. Vereinzelt lässt sich dies auch in kleineren Alpentälern beobachten. Dabei sind aber die Veränderungen absolut gesehen häufig gering und die Bevölkerung stabil oder gar leicht rückläufig.

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