Tessiner Bergtäler (TI): Ideen für eine altersgerechte Raumentwicklung

Die starke Abwanderung aus den Alpentälern in die städtischen Zentren hat spürbare Folgen für die ältere Bevölkerung, die zurück bleibt: In ihrer Randregion schrumpft das Angebot der Grundversorgung und das soziale Gefüge wird allmählich brüchig. Die beiden Tessiner Täler Muggio und Onsernone (TI) wollen mit innovativen Lösungen, die auch das Potenzial der neuen Kommunikationstechnologien nutzen, die Lebensqualität der älteren Bevölkerung erhalten.

1.1 Valli Muggio und Onserone
Bei diesem Modellvorhaben werden heutige Alltagswege und Treppen auf ihre Seniorenfreundlichkeit überprüft und z.B. durch Bänke oder Handläufe ergänzt werden.
Quelle: Marcello Merletto (LISS, Ponte Capriasca)

Eine Untersuchung des Schweizerischen Seniorenrats, die 2018/2019 in den beiden Tälern Muggio und Onsernone (TI) durchgeführt wurde, zeigte, dass die älteren Menschen möglichst lange in ihrem Zuhause und in ihrer Region bleiben möchten. Zudem zeigte die Untersuchung, dass die Pflege von sozialen Kontakten für ihr psychisches Wohlbefinden und für den Lebenssinn entscheidend ist. Das Modellvorhaben möchte mit dem Konzept und der Umsetzung von teils digitalen Lösungen und Massnahmen die Standpunkte der älteren Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Lösungen auf verschiedenen Ebenen erhalten die Lebensqualität der Senior/-innen

Sogenannte «Community Tutors», d.h. entsprechend ausgebildete Freiwillige, die mit den älteren Menschen in Kontakt treten, wären ein erster Schritt hin zu einem neuen Nachbarschaftskonzept.

In der Beziehung zwischen Tutor und Senior/-in bedeuten die neuen Technologien ein wichtiges Instrument, um die individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen. So tragen z. B. nichtinvasive Überwachungssysteme dazu bei, dass die Personen länger in ihrem Zuhause bleiben können.

Für die Pflege der Sozialkontakte soll die Umwandlung kleinerer Lebensmittelgeschäfte in mulitfunktionale Zentren gefördert werden – z. B. als sozio-kulturelle Treffpunkte, Erste-Hilfe-Gesundheitszentren oder für die Bewerbung und den Verkauf regionaler Spezialitäten.

Hinsichtlich konkreter Umbaumassnahmen sollen architektonische Erkenntnisse und Lösungen umgesetzt werden, um die Umgebung seniorenfreundlich zu gestalten.

Geplant ist auch, bestehende Plätze für den Dialog und die Begegnung zwischen den Generationen mit Bänken oder Spielgeräten für verschiedene Altersgruppen aufzuwerten.

Ein Gütesiegel für hochwertigen Lebensraum, in dem ältere Menschen gerne leben

Zudem sollen Kriterien für die Vergabe eines «Gütesiegels» an Gebiete, die einen qualitativ hochwertigen Lebensraum für ältere Menschen gezielt fördern, entwickelt werden.

Eine digitale Karte für beide Täler soll sämtliche Routen, Treffpunkte, Spielplätze und lokalhistorische Sehenswürdigkeiten abbilden. Die Karte wird der lokalen Bevölkerung und den Touristen zur Verfügung stehen, um das Beste aus ihrem Gebiet zu machen.

Letzte Änderung 02.04.2020

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Laboratorio di Ingegneria dello Sviluppo Schürch, LISS

Dieter Schürch

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