Tobelwelt Sitter (SG): Landschaften vor der Haustüre gemeinsam gestalten

Naherholungsgebiete wie die «Tobelwelt Sitter» in der Nähe von St. Gallen gewinnen in dicht besiedelten Agglomerationen an Bedeutung. Das Bedürfnis der Menschen für kleine Auszeiten in attraktiven Aussenräumen vor der Haustüre ist stark gestiegen. Mit Beteiligungsverfahren und gezielter Sensibilisierung will dieses Modellvorhaben die Wertschätzung für naturnahe Landschaften steigern und die gemeinsame Verantwortung für diese Räume fördern.

3.3 Tobelwelt Sitter
Naherholungsgebiete wie die «Tobelwelt Sitter» in der Nähe von St. Gallen gewinnen in dicht besiedelten Agglomerationen an Bedeutung.
Quelle: Regio Appenzell AR - St. Gallen – Bodensee

Als Folge der Zersiedlung und der Intensivierung der Landwirtschaft ist schweizweit die Qualität der Landschaft gesunken. Die zunehmende Verstädterung führt zu einem rückläufigen Verständnis für den Wert von Landschaften. Gleichzeitig ist das Bedürfnis der Menschen nach Naherholung stark gestiegen. Die Flusslandschaft mit dem Sittertobel ist eine nationale Besonderheit und hat als Naherholungsgebiet des dicht besiedelten Agglomerationsraums – zu dem auch die Stadt St. Gallen zählt – eine grosse Bedeutung für die Bevölkerung. Mit einer Kombination aus Sensibilisierungsmassnahmen und Beteiligungsverfahren will das Modellvorhaben bewirken, dass naturnahe Landschaften wieder mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung erhalten und eine gemeinsame Verantwortung für diese Räume übernommen wird.

Landschaftsproduzenten und -nutzende gestalten und pflegen Hand in Hand

Zu Projektbeginn werden drei Landschaftselemente aus dem Gebiet des Sittertobels aus-gewählt, zu denen die relevanten Akteure – Landschaftsproduzenten (z.B. Grundeigentümer/-innen) und Landschaftsnutzende – qualitätsfördernde Massnahmen entwickeln. Sie definieren auch gemeinsam, wer die Verantwortung für die Gestaltung und Pflege dieser Räume übernimmt. Ziel ist, dass die Landschaftsnutzenden zusammen mit den Landschaftsproduzenten freiwillige Arbeitseinsätze in den jeweiligen Gebieten durchführen. Durch diese aktive Einbindung wird die Identifikation und das Verständnis für die Thematik «Landschaft» gefördert.

Um weitere Kreise für die Qualitäten naturnaher Landschaften zu sensibilisieren, sollen zudem drei Naturpfade realisiert und Exkursionen zu den ausgewählten Landschaftselementen durchgeführt werden.

Ein kleiner Kreis wird eine breite Bewegung auslösen

Der innovative Charakter dieses Projekts zeigt sich in der Verbindung des partizipativen Vorgehens (beschränkte Anzahl) mit der Sensibilisierung der breiteren Öffentlichkeit: So soll ein kleiner engagierter Kreis eine breite Bewegung auslösen mit öffentlichen Anlässen, elektronischen Medien und digitalen Plattformen (z.B. Naturpfad-App). So können hier – zusammen mit dem Schlussbericht (mit Erfolgsfaktoren für partizipative Landschaftsgestaltung) – wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, die auch für andere Projekte von Interesse sind.

Letzte Änderung 02.04.2020

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Kontakt

Pusch Praktischer Umweltschutz

Nadine Siegle

+41 44 267 44 64

 

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