Begegnungszonen: Potenziale vor der Haustür besser nutzen in Bern und Zürich

In Bern und Zürich soll das Potenzial von Begegnungszonen noch besser ausgeschöpft werden. Um die Lebensqualität in Städten zu steigern, soll dieser bisher noch wenig genutzte Strassenraum aktiv belebt werden. Die Kinder nehmen in diesem Projekt eine Schlüsselrolle ein. Auch der neuartige Dialog zwischen den drei Disziplinen Verkehrsplanung, Gestaltung und Soziokultur ist eine Besonderheit dieses Vorhabens.

4.5 begegungszone-bern-zuerich
Um die Lebensqualität in Städten zu steigern, soll der bisher noch wenig genutzte Strassenraum aktiv belebt werden. Kinder nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein.
Quelle: Atelier OLGa

In vielen Quartieren werden Begegnungszonen heute ihrem Namen nur bedingt gerecht: Tempo 20 ist zwar eingeführt, doch die Aneignung findet wenig statt, Kinder spielen kaum dort. Genau hier setzt das Modellvorhaben der Partnerstädte Bern und Zürich an: Es will das brachliegende Potenzial von bestehenden Begegnungszonen besser nutzen, um das Quartierleben und die Bewegung im Alltag zu stärken. Der öffentliche Raum direkt vor der Haustüre ist zudem entscheidend für Fuss- und Veloverkehr als Basismobilität.

Kinder als Katalysatoren für die Belebung des Strassenraums

Um dies zu erreichen, planen die Projektverantwortlichen Fussverkehr Schweiz und Pro Juventute in ausgewählten Begegnungszonen verschiedene partizipative, gestalterische, ökologische und soziokulturelle Interventionen. Diese Aktionen werden vom Architektur Büro OLGa begleitet und sollen den Strassenraum temporär oder längerfristig beleben, Begegnungen und Austausch ermöglichen und Wünsche der Anwohnenden berücksichtigen. Auch steigt die Identifikation, wenn Anwohnende sich ihr direktes Wohnumfeld sichtbar aneignen können, z.B. mit Möblierungen oder Bepflanzungen. Begrünung und Entsiegelungen spielen dabei auch angesichts zunehmend überhitzter Städte eine wichtige Rolle.

Bei diesen Aktionen stehen Kinder im Zentrum. Ihnen fehlen in den Städten heute vielfach die Möglichkeiten, unkompliziert draussen zu spielen und sich ausreichend zu bewegen. Gleichzeitig tragen sie als «Katalysatoren» wesentlich zur Belebung des Strassenraums bei und zum Austausch zwischen Generationen. Die Vision der «bespielbaren Stadt», in welcher sich Alt und Jung sicher und frei bewegen und spielen, dient dabei als Vorbild.

Ein neues Planungsinstrument für Begegnungszonen

Begegnungszonen wurden bisher vor allem aus als Regime des rollenden Verkehrs untersucht, nicht aber daraufhin, wie deren Gestaltung und Belebung zusammenhängen und welche Bedeutung sie als öffentliche Lebensräume haben. Der innovative Charakter dieses Vorhabens zeichnet sich u.a. durch den transdisziplinären Dialog zwischen Verkehrsplanung, Gestaltung und Soziokultur aus, der in dieser Form neu ist.

Durch die Interventionen soll eine sozialräumliche Dynamik entstehen, die über das Projekt hinaus weiterlebt. Der Prozess und die Ergebnisse werden von der Berner Fachhochschule evaluiert. Als Ergebnis wird u.a. ein Prozess- und Design-Guide erarbeitet. Von diesem neuen Planungsinstrument mit konkreten Tipps können auch andere Städte und Quartiere profitieren.

Letzte Änderung 01.04.2020

Zum Seitenanfang

Kontakt

Fussverkehr Schweiz, Fachverband der FussgängerInnen

Jenny Leuba

+41 43 488 40 33

 

Kontaktinformationen drucken

https://www.are.admin.ch/content/are/de/home/raumentwicklung-und-raumplanung/programme-und-projekte/modellvorhaben-nachhaltige-raumentwicklung/modellvorhaben/siedlungen-die-kurze-wege-bewegung-und-begegnung-foerdern/begegnungszonenpotenzialevorderhaustuerbessernutzeninbernundzuerich.html